schienenen drei Teilberichte über 
die «Geologie des Fürstentums Liechtenstein» von Henry Schaet- ti, Rudolf Blaser und Franz Allemann aus Bern. Diese Arbeiten waren das Ergebnis einer grossan- gelegten, geologischen Neuaufnahme des Landes, die 1945 vom Landtag unter seinem Präsidenten Anton Frommelt und der Regierung unter Regie- rungschef Alexander Frick genehmigt wurde. Zu ihrer Durchführung konnte der Geologe Joos Ca- disch von der Universität Bern gewonnen werden. Die Feldarbeiten auf der Basis der 1945 neu her- ausgegebenen Landeskarte 1:10 000 besorgten die Doktoranden Schaetti, Blaser und Allemann zwi- schen 1945 und 1950. Letzterer zeichnete auch die geologische Karte Liechtensteins (1:25 000), die 1952 veröffentlicht wurde. Stolz konnte Alexander Frick im Vorwort zu Henry Schaettis 1951 publi- ziertem Teil über das Sambia-, Malbun- und Va- lorschtal feststellen: «Durch die vorliegenden gründlichen und wohlfundierten Arbeiten wird Liechtenstein mit einem Schlage zu einem der geo- logisch intensivst bearbeiteten Länder» (S. 10). Der Redakteur des Gesamtwerkes, Professor Cadisch, widmete die Veröffentlichung dem 1947 verstorbe- nen Otto Ampferer, der bereits im Jahrbuch 1938 zu Wort gekommen war, in Anerkennung seiner «Pionierarbeit, die er als Erforscher des Rhätikon- gebirges und der ganzen Ostalpen geleistet hat» (S. 12). Der von Rudolf Blaser bearbeitete Teil über den Schellenberg, die Drei Schwestern-Gruppe und die Umgebung von Vaduz folgte 1952, Franz Alle- manns Teil über den Falknis, Lawena und Triesen- berg schloss die Serie 1956 ab. Mit dieser bis heute vorbildlich gebliebenen Erfassung der geologischen Verhältnisse Liechtensteins endet die geologische Forschung im Fürstentum Liechtenstein, soweit sie im Jahrbuch des Historischen Vereins dokumen- tiert ist. 
PALÄOBIOLOGIE UND PALÄOANTHROPOLOGIE Bereits in Band 37 des Jahrbuchs finden wir eine erste paläozoologische Arbeit, die im Rahmen der von Konservator Adolf Hild aus Bregenz am Borscht in Schellenberg geleiteten Ausgrabung durchgeführt wurde. Mit der Auswertung der «Fauna der Wallsiedlung im Borscht» wurde Emil Kuhn vom Zoologischen Institut und Museum der Universität Zürich betraut. Das Ergebnis der sich bewusst - wie der Autor 1937 betonte - aller «theo- retischen Erörterungen und Schlußfolgerungen» (S.139) enthaltenden Arbeit war insofern bemer- kenswert, als das Fundmaterial aus dem Endneo- lithikum bis zur La Tene-Zeit nur Haustier- (Hund, Schwein, Ziege, Schaf, Rind und Pferd), jedoch kei- ne Wildtierknochen aufwies. Auch die von David Beck zwischen 1949 und 1951 am Schneller auf dem Eschnerberg durchgeführten Grabungen erga- ben nur Haustierreste, wie wiederum Kuhn am Museum in Zürich als ihr Bearbeiter feststellte («Die Tierreste der prähistorischen Siedelungen vom Schneller», Band 51, S. 249-254). Unter der Vereinspräsidentschaft von David Beck, die 1955 begann, wurde die Auswertung der tierischen Knochenfunde aus einer ganzen Reihe von Ausgrabungen systematisch fortgesetzt. Hans- peter Hartmann-Frick untersuchte die dem Zoolo- gischen Museum der Universität Zürich übergebe- nen Knochenreste aus der von Beck zwischen 1942 und 1945 geleiteten Ausgrabung am Lutzengüetle. Die 1959 unter dem nunmehrigen Direktor des Mu- seums Emil Kuhn veröffentlichte Arbeit 
über «Die Tierwelt des prähistorischen Siedlungsplatzes auf dem Eschner Lutzengüetle, Fürstentum Liechten- stein» schloss an seine frühere Arbeit an, Hart- mann-Frick wies nun aber aus dem reichhaltigen Material von annähernd 5 000 Knochen einen im- merhin etwa zehnprozentigen Anteil an Wildtier- knochen aus. So konnte das Bild über Jagd, Haus- tierhaltung und Ernährungsgewohnheiten zwi- schen Neolithikum und La Tene am Eschnerberg wesentlich ergänzt werden. Aufgrund einer vertief- ten und erweiterten Analyse von Material aus Gra- bungen von David Beck zwischen 1947 und 1951 212
        

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