Hild begonnenen Grabungen am Borscht wieder auf.104 Sie dauerten bis 1951 und wurden von ver- schiedenen Fachleuten und -gesellschaften aus dem Ausland besichtigt. In der gleichen Zeit setzte er den Spaten auch auf dem Schneller an.105 Es folgten Grabungskampagnen auf dem Malanser, so- wie Sondierungen, Grabungen und Konservie- rungsarbeiten an den Burgruinen Schellenberg, die mit Unterbrüchen bis 1964 dauerten.105 Der Lan- desfürst schenkte 1956 die beiden Burgruinen samt Umschwung dem Historischen Verein. Nach den verschiedenen archäologischen Untersuchun- gen auf dem Schellenberg bildete die 1956 begon- nene Ausgrabung des spätrömischen Kastells bei St. Peter in Schaan einen weiteren Höhepunkt der archäologischen Forschungstätigkeit David Becks.107 Wieder besuchten zahlreiche prominente ausländi- sche Fachleute und verschiedene historische Ge- sellschaften die Grabungen. Die hohe Bedeutung der unter der Leitung von David Beck durchgeführ- ten Forschungen wurde allgemein anerkannt. Wie bei all seinen früheren Grabungsarbeiten blieben die Ergebnisse der Forschungen beim Römerkas- tell nicht in der Schublade. David Beck legte seine Resultate und Wertungen in vorbildlichen Gra- bungsberichten im Jahrbuch vor und stellte sie der Wissenschaft zur Diskussion. An den Jahresver- sammlungen des Vereins berichtete er jeweils über den Fortgang und die Ergebnisse der Grabungen. Soweit möglich wurden einzelne Objekte im Muse- um ausgestellt. Das Fundmaterial wurde laufend gereinigt, konserviert und inventarisiert. Auch die- se enorme Arbeitsleistung wurde grösstenteils durch David Beck erbracht. Die letzte archäologi- sche Grabung führte er 1962/63 auf dem Krüppel oberhalb von Schaan aus.l0s Mit seinem Tod 1966 ging eine Epoche zu Ende, die Liechtenstein ins Blickfeld der internationalen archäologischen For- schung gerückt hatte. Durch gezielt gepflegte Kontakte zur Fachwis- senschaft verstand es David Beck, vertiefte Kennt- nisse zu gewinnen. Es gelang ihm, die Urge- schichtsforschung der benachbarten Länder für seine Ausgrabungen in Liechtenstein zu interessie- ren. Viele der dazu unternommenen Spezialunter-suchungen 
sind dem Entgegenkommen ihm be- freundeter Fachleute im Ausland zu verdanken. Er nahm an Tagungen ausländischer Fachverbände und an internationalen Kongressen teil und refe- rierte dort über seine Forschungsarbeiten. 1954 wurde er zum korrespondierenden Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt am Main gewählt.109 1956 wurde Liechtenstein in die Reihe der Mitgliedstaaten der «Union Interna- tionale des Sciences prehistoriques» aufgenom- men. David Beck wurde als Mitglied in dessen per- manentes Komitee gewählt. Es war dies eine be- sondere Auszeichnung seiner Forschungsleistung.110 1959 trat der Flistorische Verein dem West- und Süddeutschen Verband für Altertumsforschung bei."1 David Beck nahm regelmässig an dessen Jah- restagungen teil. Auch an Ausstellungen im Ausland war die liech- tensteinische Urgeschichtsforschung durch einzel- ne Exponate vertreten. An der Schweizerischen Landesausstellung 1939 in Zürich war der Mars von Gutenberg ausgestellt,112 und an der Weltausstel- lung in Brüssel 1958 wurden einige Sammlungsob- jekte des Vereins gezeigt.113 Die urgeschichtlichen Forschungsarbeiten und Publikationen David Becks fanden weite Beachtung und internationale Anerkennung. 1958 wurde er Ehrenmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte. 1963 würdigte der Landesfürst seine Verdienste und verlieh ihm den Titel eines Fürstlichen Studienrats. Am Dies Acade- micus der Universität Basel am 22. November 1963 wurde er von der philosophisch-historischen Fa- kultät zum Ehrendoktor ernannt. In der Laudatio wurde er folgendermassen gewürdigt: «David Beck, der, ganz sich seinem Volke widmend, die noch lebendigen heimatlichen Bräuche sorgfältig beobachtet hat und mit besonderer Hingabe den in der Erde verborgenen Spuren der Vergangenheit nachgegangen ist; der seine Entdeckungen nicht nur behutsam gesichert, sondern auch eingehend beschrieben und vor allem die Kleinfunde im Liechtensteinischen Landesmuseum wohlgeordnet zusammengestellt hat; der sich mit seiner Redlich- keit bei seinen Mitbürgern das höchste Ansehen er- 190
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.