ZUM GEDENKEN AN DIE VERSTORBENEN VORSITZENDEN DES HISTORISCHEN VEREINS / ALOIS OSPELT gründer des Historischen Vereins. Zusammen mit Dr. Albert Schädler, mit dem er persönlich befreun- det und über gemeinsame Interessen und gleicharti- ge politische Gesinnung verbunden war, hatte er die Initiative zur Vereinsgründung ergriffen. An der Gründungsversammlung vom 10. Februar 1901 wurde er als Schriftführer in den Vereinsvorstand gewählt und hielt einen Vortrag über die Geschichte der Herren von Schellenberg.27 In der Folge entfaltete Büchel eine ausserge- wöhnliche historische Forschungs- und Publikati- onstätigkeit. Mit Feuereifer und Fleiss sammelte und edierte er historische Quellen und wertete diese in zahlreichen geschichtlichen Darstellungen aus. In fast jedem der bis zu seinem Tod erschienenen 27 Bände des Jahrbuchs finden sich Beiträge aus seiner Feder. Drei bereits vorbereitete Arbeiten wurden nach seinem Tod publiziert. Die Schwergewichte seiner Forschungsarbeit lagen im Bereich der Samm- lung und Edition von historischen Quellen, der Be- arbeitung von Biographien aus dem Fürstenhaus und anderer Persönlichkeiten, der Gemeinde-, Pfarrei- und Kirchengeschichte, sowie der Walserforschung.28 In den ersten Jahrbüchern veröffentlichte er in mehreren Folgen zunächst Regesten zur Geschich- te der Herren von Schellenberg und anschliessend dazu eine historische Studie. An der Jahresver- sammlung 1902 hielt er einen Vortrag über den Schindelholzprozess zwischen Triesenberg und Schaan/Vaduz im Jahre 1516.29 Seine den Band 2 des Jahrbuchs fast zur Gänze füllende Arbeit über die Geschichte von Triesen fusste auf Quellen und Materialien, die er in mehrjähriger Sammeltätig- keit zusammengetragen hatte. Es war dies die erste umfassende und fundierte Ortsgeschichte unseres Landes.30 An der Jahresversammlung 1903 stellte Büchel eine Regestenedition von Urkunden der Pfarrarchive in Aussicht, Grundlage für mehrere in späteren Jahren publizierte lokalgeschichtliche Beiträge.31 Im Wechsel mit Dr. Albert Schädler referierte Jo- hann Baptist Büchel an den Jahresversammlungen des Vereins: 1906 über Rebbau und Torkelordnun- gen früherer Zeit,32 1908 über die Besitzungen des Klosters St. Johann im Thurtal in Liechtenstein,33 
1911 über Graf Wilhelm von Montfort, Abt von St. Gallen,34 1913 über die Geschichte von Guten- berg35 und 1914 über die Burgen Liechtensteins.36 Weitere Themen seiner Vorträge waren 1915 der Heimatschutz,37 1919 die Geschichte des Eschner- berges,38 1921 die Naturwissenschaft im Dienst der Geschichtsforschung.39 Auch nachdem Büchel an der Jahresversammlung vom 8. Oktober 1922 zum Vereinsvorsitzenden gewählt worden war, stand er weiter als Referent zur Verfügung. 1924 referierte er über einen Alpstreit der Mälsner mit den Fra- stanzern in den Jahren 1693 bis 1704. Dabei ver- wies er auch auf den besonderen Wert der Urkun- den und die Wichtigkeit einer sicheren Aufbewah- rung derselben.40 1925 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Vereins schilderte er dessen Grün- dung und Entwicklung.41 Sein letzter Vortrag an der Jahresversammlung 1926 galt der Biographie Bischof Franz Anton Marxers aus Ruggell.42 Alle Vorträge Büchels waren Vorläufer späterer Jahr- buchbeiträge. 26) Vgl. Verzeichnis der Veröffentlichungen. S. 175 f. 27) Vgl. Bericht über die Gründungsversammlung. In: JBL 1 (1901). S. 271-274. 28) Vgl. Verzeichnis der Veröffentlichungen, S. 175 f. 29) Vereinschronik. In: JBL 2 (1902), S. 299 f. 30) Vereinschronik. In: JBL 2 (1902). S. 300, und In: JBL 3 (1903). S. 208. 31) Vereinschronik. In: JBL 3 (1903). S. 210. 32) Vereinschronik. In: JBL 6 (1906). S. 156-159. 33) Vereinschronik. In: JBL 8 (1908). S. 177-179. 34) Vereinschronik. In: JBL 11 (1911). S. 179. 35) Vereinschronik. In: JBL 13 (1913), S. 57. 36) Vereinschronik. In: JBL 14 (1914), S. 147. 37) Vereinschronik. In: JBL 15 (1915), S. 131-135. 38) Vereinschronik. In: JBL 19 (1919). S. 99 f. 39) Vereinschronik. In: JBL 21 (1921), S. 134. 40) Vereinschronik. In: JBL 24 (1924), S. 116. 41) Vereinschronik. In: JBL 25 (1925), S. 127. 42) Vereinschronik. In: JBL 26 (1926). S. 136. 173
        

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