ZUM GEDENKEN AN DIE VERSTORBENEN VORSITZENDEN DES HISTORISCHEN VEREINS / ALOIS OSPELT Einleitung, Vorbemerkung Die Satzungen des Historischen Vereins sehen eine Reihe von Aktivitäten vor, um den Vereinszweck der Förderung der vaterländischen Geschichtskun- de und der Erhaltung der natürlichen und ge- schichtlich gewordenen Eigenart zu erreichen. Es sind die Mitglieder, die diese Aktivitäten entfalten und die Arbeiten leisten müssen. Die Vorsitzenden des Vereins spielen dabei eine entscheidende und herausragende Rolle. Sie bestimmen massgebend die Ausrichtung seines Wirkens. Die verstorbenen Vorsitzenden haben, je auf ihre Art, mit ihrer Persönlichkeit, ihren besonde- ren Fähigkeiten, Vorlieben, Forschungsinteressen und persönlichen Beziehungen, dem Vereinsleben eine eigene Prägung gegeben. Sie verfolgten, wie Zeit und Umstände es geboten, die in den Statuten gesetzten Ziele. Der folgende Beitrag ist zum 100-jährigen Ver- einsjubiläum verfasst worden. Eine Jubiläumsfeier bedeutet weder Anfang noch Ende, sie ist ein Akt der Besinnung; Anlass, einen Blick zurück zu tun auf den Weg, den der Verein gegangen ist; willkom- mene Gelegenheit, an die Gründer, an die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an alle Mit- glieder zu denken, die ihm durch all die Jahre die Treue gehalten haben. Ihnen allen gebührt Dank für ihr Mitwirken und Mitgestalten im Dienste des Vereins. Besonderen Dank und Würdigung ihrer Verdienste um den Verein haben dessen Vorsitzen- de verdient. Ihnen kommt in der Vereinsgeschichte eine besondere Stellung zu. Die Abhandlungen in den Jahrbüchern, die der Verein im Verlaufe seiner hundertjährigen Ge- schichte herausgegeben hat, spiegeln ein überaus weites Feld der historischen Forschung. Ihr Gegen- stand ist Landeskunde im weitesten Sinne. Eines ist allen Darstellungen gemeinsam: die Auseinan- dersetzung mit dem Lebensraum Liechtenstein, mit seinem Volk und seinem Staat. Das Gemälde ent- schwundener Zeiten, wie Peter Kaiser es nannte, ist nie vollendet. In den Jahrbüchern sind viele Forschungsergebnisse zusammengetragen, gleich- sam farbige Steine, gelegt zu einem grossen histori- schen Mosaik. Es bleibt uns und weiteren Genera- tionen überlassen, dieses weiter auszugestalten. 
Methoden und Gegenstände der Geschichtsforschung haben sich laufend geändert. Geblieben ist das Kernziel aller historischer Forschung: das Streben nach dem Wissen, wie es eigentlich war, die Aus- einandersetzung mit der in Gegenwart und Zukunft hineinwirkenden Vergangenheit. Auch dies belegt eindrücklich ein Vergleich der unzähligen Jahr- buchbeiträge. Die Hauptarbeit des Vereins findet nicht in der grossen Öffentlichkeit statt. Er liefert nicht den Stoff für kurzlebige Sensationen des Tages und po- litische Erfolge. Frucht seines Wirkens sind vor al- lem die Publikationen in den Jahrbüchern. Sie lie- fern die Grundlage für die von jeder Gesellschaft und Kultur geforderten und existenznotwendigen Rechenschaft über die eigene Vergangenheit. In den Jahrbüchern hat auch das Schaffen der Ver- einsvorsitzenden deutliche Spuren hinterlassen. Die publizierten Jahresberichte, Vereinschroniken und Forschungsbeiträge sind auch die wichtigsten Quellen für die hier vorgelegten kurzen biographi- schen Skizzen der verstorbenen Präsidenten. Die Unterlagen im Vereinsarchiv boten wenig zusätz- liche Informationen. Grössere, abgeschlossene schriftliche Nachlässe der verstorbenen Vorsitzen- den liegen gar nicht oder nur in Bruchstücken vor. Es war weder möglich noch beabsichtigt, umfas- sende Lebensbilder dieser Persönlichkeiten zu zeichnen. In einem Fall ist dies bereits geschehen: Rudolf Rheinberger hat Leben und Wirken von Dr. Albert Schädler eingehend dargestellt.1 Er hat dazu jahrelang Quellen gesammelt und ist in vielen pri- vaten und öffentlichen Archiven allen nur denkba- ren Spuren nachgegangen, die sich über diese Per- sönlichkeit finden. Im folgenden geht es lediglich darum, die wichtigsten Lebensdaten der Vereins- vorsitzenden, insbesondere ihr Wirken für den His- torischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein, aufzuzeigen und Verzeichnisse ihrer Veröffentli- chungen vorzulegen. 1) Rheinberger, Rudolf: Dr. med. Albert Schädler, 1848-1922. Arzt, Politiker, Historiker. In: JBL 94 (1997), S. 101-150. 161
        

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