«Der Verkehr mit dem Ausland von Verein zu Ver- ein ist schwierig».743 Für die Aufstellung der zahlreichen und wertvol- len Tauschschriften fehlte dem Verein 1941 noch der nötige Raum: «Es ist dies umso bedauerlicher, als unter diesen Tauschschriften viele sind, deren Benützungsmöglichkeit manchmal sehr erwünscht wäre».744 Professor Otto Seger ordnete die Tauschschriften in der Vereinsbibliothek. Er führte diese Arbeit vom Oktober 1945 bis Januar 1946 aus. Anschlies- send wurde er mit der Katalogisierung betraut.745 Im Herbst 1946 wurde das Verzeichnis der Tausch- vereine durchgegangen und es wurde beschlossen, einige Organisationen, von denen noch auf längere Zeit keine Tauschstücke zu erwarten waren, zu streichen.746 Seit dem Jahr 1946 konnte die Vorarlberger Zeitschrift «Montfort» im Rahmen eines Schriften- tausches künftig regelmässig bezogen werden.747 Der Vereinsvorstand beschloss 1949, dem Bun- desgymnasium in Feldkirch die fehlenden Jahr- bücher ab Band 45 zuzuschicken; es fehlten dort aber alle Bücher ab Band 38, die offenbar während dem Krieg nicht geliefert werden konnten. Das Bundesgymnasium wurde gleichzeitig gebeten, als Gegenleistung seine Jahresberichte wieder dem Historischen Verein zuzuschicken. Auch an die Österreichische Nationalbibliothek in Wien wurden Jahrbücher nachgeliefert, und zwar die Jahrgänge 1944 bis 1946.748 Nur selten wurde ein Angebot zum Schriften- tausch, das an den Verein herangetragen wurde, abgelehnt. Sei es, weil die Gegengabe zu beschei- den war oder aus politischen Gründen. Zwei Bei- spiele seien exemplarisch genannt. Der Vereinsausschuss beantragte 1944 bei der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte einen Schriftentausch,749 der sodann bestätigt wurde.750 Der Historische Verein für das Fürsten- tum Liechtenstein erklärte jedoch, dass er mit der Zusendung des Geschäftsberichtes nicht zufrieden sei, weshalb die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte in der Folge nicht auf den Tausch- verkehr eintrat.751 
Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) Vorarlberg bemühte sich 1949 um einen Schriftentausch mit dem Historischen Verein. Für das Jahrbuch aus Liechtenstein hätte die Partei als Gegengabe politi- sche Schriften geschickt. Dieses Ansuchen wurde vom Historischen Verein abgelehnt.752 Heute steht der Historische Verein mit rund 140 Vereinen und Institutionen in einem Schriften- tausch. Ein Grossteil dieser Organisationen befin- det sich im deutschsprachigen Ausland. Aber auch an Institutionen in Belgien, Frankreich, Italien, Kro- atien, Luxemburg, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Ukraine, Ungarn sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika wird heute das Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürs- tentum Liechtenstein geschickt. Das Jahrbuch ist damit auch zu einem Werbeträger für das Land Liechtenstein im Ausland geworden. Das Buch stellt derart nicht nur eine gelungene Visitenkarte für den Verein, sondern auch für das ganze Land dar. 148
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.