1901 BIS 2001: DIE ERSTEN HUNDERT JAHRE DES HISTORISCHEN VEREINS / KLAUS BIEDERMANN der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Früh- geschichte sowie mit dem Schweizerischen Lan- desmuseum in Zürich, gerade im Zusammenhang mit den Ausgrabungen in Liechtenstein, wurde be- reits im Kapitel «Ausgraben» hingewiesen. Der Historische Verein war 1986 Gründungs- mitglied des Liechtenstein-Instituts. Der Vorstand beschloss 1987 einstimmig, dem Liechtenstein-In- stitut sämtliche Jahrbücher des Historischen Ver- eins - soweit verfügbar - als Geschenk zu überge- ben.694 Es ist Bestandteil der Statuten des Liech- tenstein-Instituts, dass vom Institut abgenommene Forschungsbeiträge nach Möglichkeit bei wissen- schaftlichen Verlagen, folglich auch beim Verlag des Historischen Vereins, veröffentlicht werden.69r> Eine erste Frucht dieses Zusammenwirkens zwi- schen Liechtenstein-Institut und dem Historischen Verein ist das 1997 erschienene zweibändige Werk «Krisenzeit. Liechtenstein in den Dreissigerjahren 1928-1939», das von Peter Geiger als Forschungs- beauftragter am Institut erarbeitet wurde und im Verlag des Historischen Vereins erschien. Beim 1999 im Verlag des Historischen Vereins publi- zierten «Kaufvertrag der Herrschaft Schellenberg 1699» fungierte das Institut als Herausgeber. Der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein war 1989 Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Regionale Geschichte, welcher in Feldkirch seinen Sitz hat.696 Der Arbeitskreis ver- stand sich jedoch nicht als neuer Verein, sondern sah seinen Zweck in der Zusammenarbeit beste- hender Vereine der alten Region Churrätien im Hinblick auf die Erforschung der regionalen Ge- schichte, wobei die Erforschung der Zeitgeschichte - mit Beginn der Aufklärung und Industrialisierung im 18. Jahrhundert - im Mittelpunkt stehen sollte. Weitere Ziele dieses Arbeitskreises, der auch heute noch existiert, sind u. a. der Austausch von Infor- mationen, Vorträge, Publikationen, geschichtsdidak- tische Zusammenarbeit usw. Nach Möglichkeit nimmt der Vereinsvorsitzende oder eine andere Vertretung des Vereins an den Sitzungen und Ver- anstaltungen des Arbeitskreises teil. 
GEMEINSAME VERANSTALTUNGEN Die Zahl von gemeinsamen Veranstaltungen und gegenseitigen Einladungen ist gross. Der Histori- sche Verein nahm immer wieder Angebote wahr, bei Versammlungen und weiteren Aktivitäten von befreundeten Vereinen teilzunehmen. Andererseits waren wiederholt auch ausländische Vereinigun- gen, besonders aus den benachbarten Staaten, in Liechtenstein zu Gast. Die folgende Auflistung sol- cher Anlässe im Überblick zeigt auch, dass die Tätigkeiten des Historischen Vereins in der Nach- barschaft und im weiteren Ausland auf ein gutes Echo stiessen. Auf Einladung des Historischen Vereins St. Gal- len nahmen mehrere Vorstandsmitglieder an des- sen Jahresversammlung von 1913 in Buchs teil. Nach einem Vortrag über die Freiherren von Sax zu Hohensax fand eine geführte Besichtigung von Schloss Werdenberg statt.697 Die Historisch-Antiquarische Gesellschaft von Graubünden lud auf den 10. Juni 1923 den Histori- schen Verein für das Fürstentum Liechtenstein zur Teilnahme an ihrer Tagung ein. Nach einer Exkur- sion auf die Höhen des Fläscherberges hielt Oberst- korpskommandant von Sprecher, zugleich Mitglied des Historischen Vereins für das Fürstentum Liech- tenstein, im Schloss Brandis in Maienfeld einen Vortrag über die Festung St. Luzisteig, der «ein gut Stück liechtensteinischer Landesgeschichte» bein- haltete.698 Auf Anregung des katholischen Pfarrers Paul Diebolder von Azmoos, Vorsitzender der Histori- schen Sektion Sargans-Wartau und zugleich Mit- glied des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, fand am 13. Juli 1930 auf der Burg 694) Protokoll der Vorstandssitzung vom 4. Dezember 1987. 695) Liechtenstein-Institut, Statut von 1986, Artikel 16. 696) JBL 89 (1991), S. 223. 697) Alfons Feger: Die ersten 25 Jahre unseres Historischen Vereins 1900/1925. In: JBL 25 (1925). S. 3. 698) Ebenda. 143
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.