1901 BIS 2001: DIE ERSTEN HUNDERT JAHRE DES HISTORISCHEN VEREINS / KLAUS BIEDERMANN dabei vor allem mit dem Entwurf des wissenschaft- lichen Konzepts für das Lexikon. Mehrere Male wurde das Projekt eines Histo- rischen Lexikons der Öffentlichkeit vorgestellt, auch an einer eigens veranstalteten Pressekonfe- renz am 25. Oktober 1991. Die Vorarbeiten für die Datenbank des HLFL wurden 1992 abgeschlossen, so dass nun die konkrete Planung und Produktion der Lexikonartikel in Angriff genommen werden konnte. Im Jahr 1993 sind die wissenschaftlichen Konzepte für alle fünf Artikelkategorien des HLFL abgeschlossen und genehmigt worden. Diese fünf Artikelkategorien umfassen die Bereiche Familie, Biographien, Familien der Landesherrschaft, Orte sowie thematisch definierte Sachstichwörter. Die Erarbeitung der Stichwortlisten wurde nun in An- griff genommen. Erste Autorinnen und Autoren konnten 1994 vertraglich verpflichtet werden und die Artikelproduktion begann. Arthur Brunhart schlug bereits 1991 vor, dem Historischen Lexikon über Seminare und Tagungen zu liechtensteinischen Themen neue Forschungs- wege zu erschliessen. Das Vorhaben wurde vom Vereinsvorstand begrüsst.680 Es gelang Arthur Brun- hart in der Folge, in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten in Österreich und in der Schweiz wichtige Grundlagenforschungen für die liechten- steinische Geschichte in die Wege zu leiten, die dem Projekt des Historischen Lexikons zugute kamen und auch der Erforschung der liechtensteinischen Geschichte neue Impulse gaben. Diese Seminare hatten den positiven Nebeneffekt, dass zusätzliche Autorinnen und Autoren für das HLFL gewonnen werden konnten. Erste Ergebnisse von Tagungen und Seminaren, die das Historische Lexikon initiierte, liegen seit 1996 in Buchform vor. Damals erschien der Sam- melband «Historiographie im Fürstentum Liech- tenstein. Grundlagen und Stand der Forschung im Überblick», beinhaltend 18 Kurzreferate von der ersten liechtensteinischen Historischen Tagung, die am 18. Februar 1995 in Triesen stattfand.681 Im Jahr 1999 konnte das dreibändige Werk «Baustei- ne zur liechtensteinischen Geschichte» vorgestellt werden, welche Studien und studentische For-schungsbeiträge 
enthält, die an Seminaren zur Ge- schichte Liechtensteins an den Universitäten Zürich, Salzburg und Innsbruck erarbeitet worden waren.682 Und schliesslich erschien im Jahr 2000 das Buch «Liechtenstein und die Revolution von 1848», Ergebnis einer historischen Tagung, die vom Historischen Lexikon 1998 durchgeführt wor- den ist.683 Die Trägerschaft des HLFL ging auf Anfang 2001 vom Historischen Verein auf das Land Liechten- stein über. Damit einher ging auch eine Neustruk- turierung des HLFL, die nach der Kündigung des ersten Chefredaktors Arthur Brunhart notwendig geworden war. Dank eines vom Landtag gespro- chenen Ergänzungskredits konnte das HLFL im Herbst 2000 finanziell auf eine neue gesicherte Ba- 673) Vgl. Protokoll der Vorstandssitzung vom 28. September 1983. 674) Protokoll der Vorstandssitzung vom 4. Dezember 1987. 675) Protokoll der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom 6. Juni 1988. 676) Vgl. Protokoll der Vorstandssitzung vom 25. November 1988: Der Landtag genehmigte in seiner Sitzung vom 15. November 1988 einen Kredit in Gesamthöhe von 2 737 700 Franken für das Lexikon- Projekt. Für das Jahr 1989 stand ein Teilkredit von 200 000 Franken zur Verfügung. 677) Protokoll der Vorstandssitzung vom 15. Februar 1989. 678) Protokoll der Vorstandssitzung vom 15. September 1989. 679) Dem Wissenschaftlichen Beirat, der 1995 bestätigt wurde, gehörten folgende Personen an: Claudia Heeb-Fleck, Schaan; Martin Bundi. Chur; Karl Heinz Burmeister, Bregenz; Heinz Dopsch, Salz- burg: Marco Jorio, Bern; Rupert Quaderer, Schaan, sowie Werner Vogler, St. Gallen. 680) Protokoll der Vorstandssitzung vom 4. Dezember 1991. 681) Arthur Brunhart (Hrsg.): Historiographie im Fürstentum Liechtenstein. Grundlagen und Stand der Forschung im Überblick. Zürich: Chronos-Verlag, 1996. 682) Arthur Brunhart (Hrsg.): Bausteine zur liechtensteinischen Geschichte. Studien und Forschungsbeiträge. Band 1: Vaduz und Schellenberg im Mittelalter. Band 2: Neuzeit: Land und Leute. Band 3: 19. Jahrhundert: Modellfall Liechtenstein. Zürich: Chronos-Verlag, 1999. - Vgl. dazu die Rezension von Herbert Hübe. In: JBL 99 (2000), S. 268 f. 683) Arthur Brunhart (Hrsg.): Liechtenstein und die Revolution von 1848. Umfeld - Ursachen - Ereignisse - Folgen. Zürich: Chronos- Verlag, 2000. - Vgl. dazu die Rezension von Jürgen Schremser. In: JBL 99 (2000), S. 275-278. 139
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.