LIECHTENSTEINER NAMENBUCH Vom 17. bis 21. September 1980 fand die Tagung des Alemannischen Institutes von Freiburg im Breisgau in Vaduz statt. Sie wurde - vom Landes- fürsten finanziell unterstützt - vom Historischen Verein betreut/'56 Einer der Tagungsreferenten war Professor Hans Stricker, der in seinem Vortrag die Ausarbeitung eines Namenbuches für Liechten- stein anregte. Er verwies auf das Vorarlberger Flurnamenbuch, von dem die ersten fünf Bände mit dem südlichen Teil Vorarlbergs bereits veröf- fentlicht werden konnten. Auch im Kanton St. Gal- len werde an einem Namenbuch gearbeitet, und zudem sei Graubünden seit der Publikation des Rätischen Namenbuches von Robert von Planta und Andrea Schorta einer der namenkundlich am besten erforschten Räume. So sei hier in Liechten- stein eine Forschungslücke entstanden, die es zu schliessen gelte.657 Der Vereinsvorstand beschloss im November 1980, das Referat von Professor Stricker zu stu- dieren, den Referenten zu einer Aussprache ein- zuladen und weitere Abklärungen über Finanzie- rung, Bearbeiter usw. zu treffen.658 Der Vorstand entschied dann am 28. Januar 1981, die Träger- schaft zur Schaffung eines Liechtensteiner Na- menbuches zu übernehmen. Professor Hans Stri- cker wurde mit der wissenschaftlichen Leitung des Projektes betraut.659 Als Mitarbeiter konnten stu- dentische Hilfskräfte gewonnen werden.660 Grundlegende Arbeiten wurden 1981 und 1982 geleistet mit der Durchsicht und Übertragung der Namensammlung von Josef Ospelt, die im Jahr- buch Band 11 erschienen war, ebenso mit der Aus- wertung der 1911 fertig gestellten ungedruckten Dissertation von Eugen Nipp «Die romanischen Orts- und Flurnamen des Fürstentums Liechten- stein». Zudem mussten sämtliche im Liechtenstei- ner Urkundenbuch erwähnten Gelände- und Perso- nennamen gesammelt werden. Für die Durchsicht der liechtensteinischen Archive konnte im Früh- jahr 1984 der Liechtensteiner Historiker Arthur Brunhart vollamtlich angestellt werden, der diese Tätigkeit bis Januar 1985 wahrnahm. Mit Claudius 
Gurt konnte im März 1987 wieder ein Archiv- bearbeiter für das Namenbuch gewonnen werden. Er übte diese Tätigkeit bis 1995 aus. Inzwischen waren die Feldaufnahmen in den einzelnen Gemeinden voll im Gang. Für diese Feld- arbeit galt es, zuerst ein Netz von geeigneten In- formantinnen und Informanten aufzubauen, die mittels vorbereiteter Interviews zu den Namen «ihres» Gebietes zu befragen waren. Je grossflä- chiger und vielgestaltiger eine Gemeinde ist, desto höher muss die Zahl der zu befragenden Gewährs- leute sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche die Feldaufnahmen durchführten, waren mit Karte, Namenblock und Tonbandgerät unter- wegs.661 1983 begann Toni Banzer aus Triesen beim Namenbuch mitzuarbeiten, 1987 gesellte sich Her- bert Hübe aus Triesenberg dazu. Diese Mitarbeiter bildeten in den späteren Jahren zusammen mit dem Projektleiter, Professor Hans Stricker, das Redaktionsteam, welches im Jahr 1999, nach 18- jähriger intensiver Forschungs- und Auswertungs- tätigkeit, den Abschluss des Werkteils I (Orts- und Flurnamenbuch) bewerkstelligte. Erste Ergebnisse der Namenforschung in Liech- tenstein konnten jedoch bereits 1986 präsentiert werden. Die erste von elf Flurnamenkarten samt Begleitheft wurde für die Gemeinde Triesen pub- liziert. In den darauf folgenden Jahren konnte von sämtlichen Gemeinden eine Flurnamenkarte in gleicher Form und Ausstattung veröffentlicht wer- den. Am 22. Oktober 1991 wurde die letzte Flurna- menkarte, jene von Gamprin, vorgestellt. Der Ver- kauf dieser Karten läuft über die jeweiligen Ge- meinden.662 Das Liechtensteiner Namenbuch machte zudem seinen Einfluss geltend bei der offiziellen Schreib- weise von Ortsnamen in Liechtenstein: Mit den von der Regierung am 22. April 1986 genehmig- ten «Weisungen für die Erhebung und Schreib- weise der Lokalnamen im Fürstentum Liechten- stein» konnte die bis anhin offene Nomenklatur- frage geklärt werden. Das Namenbuch-Projekt wurde von Anfang an vom Staat finanziell unterstützt, jedoch mit Gel- 134
        

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