1901 BIS 2001: DIE ERSTEN HUNDERT JAHRE DES HISTORISCHEN VEREINS / KLAUS BIEDERMANN LIECHTENSTEINER SAGENBUCH Bereits im Jahr 1858 erschien die Publikation «Die Sagen Vorarlbergs» von Franz Josef Vonbun, die auch Beiträge aus Liechtenstein enthält. Dieses Buch wurde seither mehrere Male weiter bearbei- tet und neu aufgelegt, so beispielsweise im Jahr 1950.646 Der Historische Verein erklärte sich da- mals bereit, für das Werk in Liechtenstein zu wer- ben.647 Der Verein hatte selbst in seinen Jahr- büchern Beiträge zum Thema veröffentlicht. So findet sich im Jahrbuch Band 16 ein Aufsatz von Albert Schädler über liechtensteinische Volksbräu- che und Volkssagen.648 Diesem Beitrag liess Eugen Nipp im Jahrbuch Band 24 die Darstellung «Liech- tensteiner Sagen» folgen.649 Eine von Professor Otto Seger edierte Sagen- sammlung wurde schliesslich im Jahrbuch Band 65 publiziert.650 Der Vereinsvorstand beschloss im Herbst 1966, diese Sammlung auch als Sonder- publikation zu veröffentlichen. Professor Josef Seger aus Wien lieferte dazu 16 Illustrationen. Das Werk mit den insgesamt 205 Sagen wurde vom Historischen Verein verkauft.651 Otto Seger lie- ferte einen Nachtrag von 31 Sagen, der im Jahr- buch Band 73 publiziert wurde.652 Als eigentliches «Liechtensteiner Sagenbuch» galt jedoch der Son- derdruck, der sehr populär wurde. Das Sagenbuch war bereits 1980 vergriffen. Die Firma Kraus Thomson in Nendeln stellte einen Nachdruck her, der jedoch bereits im Jahr 1984 ausverkauft war. Der Vereinsvorstand erwog einen zweiten Nachdruck, wobei noch offen war, ob die zusätzlichen von Otto Seger gesammelten Sagen Eingang in eine erweiterte Neuauflage finden wür- den.653 Dazu kam es indessen nicht und das Sagenbuch wurde zu einer gefragten Rarität. Aufgrund einer Anfrage im Landtag654 wurde der Historische Verein 1998 von der Regierung beauftragt, ein detailliertes Projekt für eine erwei- terte Neubearbeitung des Werks von Otto Seger auszuarbeiten. Zuvor hatte der Historische Verein der Regierung gegenüber signalisiert, ein unver- änderter Nachdruck komme nicht in Frage. Statt dessen würde man einer wissenschaftlichen Neu-bearbeitung 
den Vorzug geben.655 Diese vom Ver- ein empfohlene grundlegende Neubearbeitung des «Liechtensteiner Sagenbuches» wurde aber bisher noch nicht weiter konkretisiert. 641) Norbert W. Hasler: Kulturgut aus Liechtenstein - abgewandert oder verloren. In: JBL 93 (1995), S. 403-420, hier S. 407. 642) JBL 59 (1959), Vereinschronik. S. 385 f. 643) Schreiben von Harald Wanger an den Vereinsvorstand. 16. März 1983. 644) Protokoll der Vorstandssitzungen vom 18. Mai 1983 sowie vom 28. September 1983. 645) JBL 99 (19991. Jahresbericht, S. 286 f. 646) Franz Josef Vonbun: Die Sagen Vorarlbergs mit Beiträgen aus Liechtenstein. Auf Grund der Ausgabe von Hermann Sander (1889) neu bearb. und hrsg. von Richard Beitl. Feldkirch: Montfort-Verlag. 1950. Diese dritte Ausgabe von 1950 hatte eine Auflage von 5 000 Stück. 647) Protokoll der Vorstandssitzung vom 10. Oktober 1949. 648) Albert Schädler: Liechtensteinische Volksbräuche und Volks- sagen. In: JBL 16 (1916). S. 73-124. 649) Eugen Nipp: Liechtensteiner Sagen. In: JBL 24 (1924), S. 89-94. 650) Otto Seger: Sagen aus Liechtenstein. In: JBL 65 (1966), S. 13-175. 651) Protokoll der Vorstandssitzung vom 5. Oktober 1966. 652) Otto Seger: Nachtrag zur Sammlung «Sagen aus Liechtenstein». In: JBL 73 (1973), S. 231-248. 653) Protokoll der Vorstandssitzung vom 27. September 1984. 654) Protokoll der Landlagssitzung vom 17. Juni 1998. Die kleine Anfrage kam vom Triesenberger Landtagsabgeordneten Alois Beck. 655) Brief des Historischen Vereins an die Regierung betreffend eine Neuaullage bzw. Neubearbeitung des Liechtensteiner Sagenbuches. 2. Juli 1998. 133
        

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