1901 BIS 2001: DIE ERSTEN HUNDERT JAHRE DES HISTORISCHEN VEREINS / KLAUS BIEDERMANN URKUNDENBUCH An der Jahresversammlung vom 26. Juli 1903 hielt Albert Schädler einen Vortrag «über den Inhalt der in unseren Gemeinde- und Genossenschaftsarchi- ven befindlichen Urkunden».51'7 In der anschlies- senden Diskussion betonte Karl von In der Maur die Wichtigkeit solcher Gemeindeurkunden und «[hielt] es für zweckdienlich, dass die interessan- teren derselben nach und nach in unserem Jahr- buche veröffentlicht werden».568 ZUSAMMENARBEIT MIT VORARLBERG Auf Antrag von Adolf Helbok erging seitens des Vorarlberger Landesmuseums-Vereins eine Einla- dung an den Historischen Verein für das Fürsten- tum Liechtenstein mit dem Vorschlag, eine histo- rische Kommission zu gründen. Aufgabe dieser Kommission wäre es, die Herausgabe eines ge- meinsamen vorarlbergisch-liechtensteinischen Ur- kundenbuches zu prüfen. Der Historische Verein in Liechtenstein unterstützte diesen Vorschlag und delegierte Johann Baptist Büchel als Kommissions- mitglied. Am 3. Februar 1915 traf sich die Kom- mission erstmals in Feldkirch. An dieser Sitzung, an welcher auch der Vereinsvorsitzende Albert Schädler teilnahm, berichtete Adolf Helbok über die historische Quellenlage. Das Quellenmaterial sollte nach einheitlichen Grundsätzen bearbeitet und der Forschung zugänglich gemacht werden. Nach dem Stand der bereits begonnenen Arbeiten wäre es möglich, bald schon die Regesten des er- sten Bandes der «Quellen zur Geschichte des Lan- des Vorarlberg und des Fürstentums Liechten- stein» zu publizieren. Dieser erste Band würde den Zeitraum bis 1300 abdecken. Das Projekt wurde im Jahresbericht 1914 vorgestellt und mit guten Wün- schen begleitet: «Möge das Unternehmen, das auch für die Geschichtsforschung unseres Landes von weitgehender Bedeutung ist, rührig voranschreiten und von glücklichem Erfolge begleitet sein».569 Gemäss den 1917 angenommenen Statuten gehörte es zur Aufgabe dieser gemeinsamen Kom-mission, 
die Vergangenheit von Vorarlberg und Liechtenstein in planmässiger Weise zu erforschen, sich hierzu der jeweiligen zeitgemässen For- schungsmethoden zu bedienen und alle in den bei- den Ländern befindlichen und geeigneten Hilfs- kräfte zu diesem Zweck heranzuziehen. Die Kom- missionsveröffentlichungen sollten erscheinen un- ter dem Titel «Quellen und Forschungen zur Geschichte des Landes Vorarlberg und des Fürsten- tums Liechtenstein».570 An der Jahresversammlung des Historischen Vereins 1917 betonte Johann Baptist Büchel die Wichtigkeit der neugeschaffenen Kommission sowie den enormen Stellenwert der geplanten Publikationen für die Historiographie in Liechtenstein, «zumal ... uns Urkunden aus alter Zeit (vor 1300) meist fehlen und das Aufsuchen einschlägiger Urkunden in den verschiedenen oft weit entlegenen Archiven ... nur mit grosser Mühe und Kosten durchgeführt werden kann».571 An der Jahresversammlung von 1920 würdigte der Vereinsvorsitzende Josef Ospelt das bisherige Wirken der Historischen Kommission für Vorarl- berg und Liechtenstein. Dieselbe habe bereits vor kurzem einen Teil des grossen Regestenwerkes von Vorarlberg und Liechtenstein herausgegeben: «In demselben finden wir in sehr schöner Ausstattung 562) Karl von Liechtenstein (* 1569: t 1627) und Gundaker von Liechtenstein (* 1580; t 1658). Unter Karl von Liechtenstein wurde das Geschlecht der Liechtensteiner 1608 in den Reichsfürstenstand erhoben, Gundaker von Liechtenstein ist der Stammvater der heutigen regierenden Linie des Hauses Liechtenstein. 563) Protokoll der Ausschuss-Sitzung vom 6. September 1928. 564) JBL 15 (1915). S. 108-127. 565) Protokoll der Vorstandssitzung vom 3. Juli 1987. 566) Protokoll der Vorstandssitzung vom 15. Februar 1989. 567) JBL. 3 (1903), Vereinschronik. S. 209. 568) Ebenda, S. 209 f. 569) JBL 14 (1914), Vereinschronik. S. 149. 570) Der Kommission gehörten folgende Personen an: Dr. Adolf Helbok, Bregenz. (Vorsitz); Dr. Haid, Abt des Klosters Mehrerau; P. Josef Fischer, Feldkirch; Viktor Kleiner, Landesarchivar in Bregenz (Schriftführer und Kassier), sowie von liechtensteinischer Seite Johann Baptist Büchel und Dr. Albert Schädler. 57 I) JBL 17 (1917), Vereinschronik, S. 125. 123
        

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