Ausgrabungen in der St. Peterskirche in Schaan im Jahr 1958. Im Vorder- grund sind Grundmauern der frühchristlichen Kirche aus dem 5. Jahrhundert sowie ein Taufbecken zu erkennen. Links, am Fuss der nördlichen Wand des heutigen Kirchenschiffs, ist Mauerwerk vom römi- schen Kastel! freigelegt. beiden Orten alamannische Gehöfte voraus und alamannische Siedlersippen, die inmitten des rae- tischen Gebietes und seiner raeto-romanischen Bevölkerung lebten».524 Doch auch für diese raeto-romanische Bevölke- rung konnte ein frühmittelalterlicher Friedhof nachgewiesen werden: Anton Frommelt referierte an der Jahresversammlung 1947 über die in der Sax im südlichen Schaan aufgefundenen Gräber. Es handelt sich hierbei um einen frühchristlichen Friedhof, der aus derselben Zeit stammt wie der Alamannenfriedhof in Schaan. Es siedelten in Schaan im Süden die alteingesessenen christiani- sierten Romanen, im Norden die nicht christlichen Alamannen. Die frühchristlichen Gräber in der Sax waren ohne Beigaben.525 RÖMISCHES KASTELL UND FRÜHCHRISTLICHE KIRCHE IN SCHAAN 
der Zeit um 370 nach Christus errichtete Befes- tigungsanlage diente vor allem zur Sicherung der Verkehrswege.52h Gleichzeitig konnte nachgewie- sen werden, dass auf den Mauern des verlassenen Kastells bereits zu Beginn des 5. Jahrhunderts eine erste christliche Kirche, dem heiligen Petrus ge- weiht, errichtet worden war. Entdeckte Funda- mentmauern eines frühchristlichen Taufbeckens beweisen zudem, dass St. Peter in Schaan als frühe Taufkirche des Bistums Chur im Gebiet des heuti- gen Fürstentums Liechtenstein diente.527 Ende November 1958 wurden die Mauern und Anlagen des ausgegrabenen Kastells in Schaan wieder zugedeckt, da ein Grossteil der ausgegrabe- nen Teile auf einem Privatgrundstück liegt. Die Fundamente des auf Gemeindegrund liegenden nördlichen Torturms des Kastells wurden jedoch konserviert und mit weiteren Teilen der Öffentlich- keit zugänglich gemacht. Von der Existenz von römischem Mauerwerk bei der Kirche St. Peter in Schaan wusste man bereits 1847, doch erst unter der Leitung von David Beck wurden in den Jahren 1956 und 1957 umfangrei- che Ausgrabungen gemacht. Der Grundriss eines spätrömischen Kastells konnte erstmals präzise festgestellt werden. Es war eine annähernd qua- dratische Anlage mit vier Ecktürmen und je einem Torturm auf der Nord- und auf der Südseite. Die in 
BURGRUINEN SCHELLENBERG Mit der Schenkungsurkunde vom 9. August 1956 übergab Fürst Franz Josef II. die Burgruinen in Schellenberg zusammen mit dem dazugehörigen Grund dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein.528 Ausgrabungspläne bei der Oberen Burg mussten aufgrund der Ausgrabungstätigkeit beim Schaaner Kastell vorerst zurückgestellt wer- 114
        

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