Ausgraben werden, die an der Sitzung nicht teilnehmen konn- ten.457 Die Protokolle wurden im Zeitraum von 1923 bis 1957 handschriftlich in eigene Protokoll- bücher eingetragen. Maschinengetippte Protokolle tauchen, vorerst als Duplikate, erst ab zirka 1940 auf. Für den Schriftenverkehr hatte der Vereinsvor- stand bereits 1930 beschlossen, «ein eigenes Kor- respondenzformular mit Bild» anzufertigen. Egon Rheinberger wurde mit der Gestaltung dieses Brief- papiers beauftragt.458 An der Ausschuss-Sitzung vom 9. Mai 1928 wurden als «eiserner Bestand» für das Vereinsar- chiv zehn Exemplare von jedem Jahrbuch festge- legt.45'' Dieser Grundbestand wurde 1989 schliess- lich auf fünf Exemplare reduziert, doch sollten nicht nur die einzelnen Jahrbücher (im Original und im Reprint), sondern auch die Separatdrucke und weitere Vereinspublikationen in dieser Stück- zahl aufbewahrt werden.460 Gelegentlich erhielt der Verein auch Manu- skripte sowie Bildmaterial aus Nachlässen und Schenkungen. Vorstandsmitglied Anton Frommelt regte deshalb 1933 an, ein Archiv von Manuskrip- ten anzulegen, die dann später eventuell für Arbei- ten verwertet werden könnten.461 Den wohl bedeut- samsten Nachlass erhielt der Historische Verein im Jahr 1980 vom liechtensteinischen Familienfor- scher Fridolin Tschugmell, der seit 1969 auch Eh- renmitglied des Vereins war. Dieser übergab ge- schenksweise dem Historischen Verein seine sämt- lichen Unterlagen zur Familienforschung mit vielen Urkundenabschriften, Notizen und ausgearbeiteten Stammbäumen sowie eine Anzahl Bücher.462 Nach seinem Rücktritt als Vereinsvorsitzender im Jahr 1986 begann Felix Marxer mit der Sich- tung und Ordnung des Vereinsarchivs. Er konnte diese Ordnungs- und Registraturtätigkeit im Jahr 1993 abschliessen.463 Felix Marxer leistete damit wertvolle Vorarbeit für die weitere Erschliessung des Archivs, denn ein vereinseigenes Archiv ist wohl das wichtigste und verlässlichste «Gedächt- nis» eines Vereins. 
Ausgrabungen in Liechtenstein wurden schon vor der Gründung des Historischen Vereins durchge- führt. Oftmals handelte es sich dabei um Sondie- rungen. Auch wurden bereits zahlreiche Zufalls- funde gemacht. Ein frühes Beispiel für eine Sondie- rung stellen die 1865 angestellten Forschungen des aus Thüringen (Vorarlberg) stammenden John Sholto Douglass464 auf dem «Gupfenbühel» in Mau- ren dar. Douglass wollte dort Spuren einer bronze- zeitlichen Befestigung gefunden haben.465 Ein Zu- fallsfund, der grosses Aufsehen erregte, war die Auffindung von zwei Römerhelmen, die im Jahr 1887 beim Bau einer Wasserleitung oberhalb von Dux in Schaan ausgegraben wurden. Diese Helme wie auch zahlreiche andere Fundgegenstände wanderten ins Ausland. Grund hierfür war einer- seits das Fehlen eines Vereins, der sich für den Ver- bleib dieser wichtigen Kulturgüter im Land stark gemacht hätte, andererseits waren Pläne des Lan- desverwesers Friedrich Stellwag von Carion zum Aufbau einer Museumssammlung erst im Jahr 1892 spruchreif.466 Friedrich Stellwag von Carion veranlasste im selben Jahr auf dem Areal des römischen Kastells in Schaan Grabungen «nach Altertumsgegenstän- den». Doch «von dieser Grabung gibt es ausser einer Zeitungsnotiz weder eine Beschreibung noch Pläne oder Fundgegenstände. Das alte Gemäuer in Schaan hatte sein Geheimnis vorerst bewahrt». Die Wissbegierde war damit aber geweckt. Stellwag entdeckte 1893 die Fundamente einer römischen 102
        

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