1901 BIS 2001: DIE ERSTEN HUNDERT JAHRE DES HISTORISCHEN VEREINS / KLAUS BIEDERMANN an der Jahresversammlung des Historischen Ver- eins am 21. März 1998 gewürdigt: Referentin war Professorin Brigitte Mazohl-Wallnig von der Uni- versität Innsbruck. Sie stellte die 1848er Ereignisse in einen gesamteuropäischen Zusammenhang.421 VORTRÄGE UND EXKURSIONEN Der Historische Verein organisierte sporadisch auch Vorträge und Exkursionen, die nicht in einem Zusammenhang mit der Jahresversammlung stan- den. Diese Anlässe führte er bisweilen im Allein- gang durch, oft arbeitete er hier aber auch mit be- freundeten Institutionen im In- und Ausland zu- sammen. Die nun folgende Darstellung zeigt exem- plarisch einige dieser Veranstaltungen auf. Weitere (bedeutende) Veranstaltungen, die in Zusammen- arbeit mit anderen Vereinigungen und Institutio- nen organisiert wurden, finden sich im Kapitel «Kontakte zu anderen Historischen Vereinen und wissenschaftlichen Instituten» respektive im dorti- gen Unterkapitel «Gemeinsame Veranstaltungen». Besondere Anlässe waren oftmals die Präsen- tationen verschiedener Buchpublikationen, die im Selbstverlag des Historischen Vereins herausgege- ben wurden.422 Die erste vom Historischen Verein organisierte Exkursion wurde 1905 durchgeführt. An der Jah- resversammlung vom 29. Juni 1905 hatte nämlich der Antrag, «demnächst das an historischen Merk- würdigkeiten so reiche Chur zu besuchen, vielfa- chen Beifall» erhalten.423 An der daraufhin durch- geführten «sehr gelungenen» Exkursion nahmen 20 Vereinsmitglieder, darunter sämtliche Vor- standsmitglieder, teil. Zudem «wäre die Beteiligung eine erheblich stärkere gewesen, wenn nicht das eidgenössische Sängerfest, welches zu gleicher Zeit in Zürich stattfand, eine Anzahl Vereinsmitglieder nach diesem Sammelpunkt gelockt hätte».424 Der Aufenthalt in Chur wurde begleitet durch Alt-Re- gierungsrat Dr. Placidus Plattner, gleichzeitig Ver- treter der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden und durch die dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein ange-hörenden 
Domherren Professor Georg Mayer und Dr. Franz Joseph Kind. Nach den Besichtigungen des bischöflichen Schlosses, der Kathedrale und der Kirche St. Luzi folgte das Mittagessen in der bischöflichen Hofkellerei. Mit dem Besuch des räti- schen Museums am Nachmittag endete die Exkursi- on, die «genussreich und zugleich belehrend [war] und allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben [wird]».425 Zu einer gemeinsamen Tagung trafen sich die Historischen Vereine von St. Gallen, Graubünden und Liechtenstein am 14. Mai 1911 in Vaduz. Pro- fessor Placidus Bütler aus St. Gallen hielt zu diesem Anlass einen Vortrag über die Freiherren von Brandis, der auch im Jahrbuch publiziert wurde. Über die Tagung berichtet die Vereinschronik wie folgt: «Eine so grosse Anzahl von Historikern, mehr als hundert, sahen wir wohl noch nie in Liechten- stein beisammen. ... Nach dem Vortrage habe ein gemeinsames Mahl die Gäste mit uns vereint und freundlicher Ideenaustausch uns mit den liebwer- ten Nachbarn unterhalten. Eine Besichtigung des Schlosses Vaduz, des Wahrzeichens unseres Lan- des, das sich immer mehr zu einer Sehenswürdig- keit ersten Ranges auswachse, habe dann unser Zusammensein beschlossen».426 Nachdem die ur- und frühgeschichtliche Erfor- schung Liechtensteins in den 1930er und 1940er Jahren viele neue Erkenntnisse zutage förderte, 418) Vgl. dazu auch Hansjörg Frömmelt: «Fabriklerleben», In: JBL 94 (1997), S, 277-298. In Frommelts Beitrag sind Vorgeschichte, Konzept und Inhalt der gleichnamigen Ausstellung ausführlich dar- gestellt. 419) Ebenda, S. 284. 420) Ebenda. S. 298. 421) JBL 98 (1999). Jahresbericht. S. 261 f. 422) Vgl. hierzu die Ausführungen im Kapitel «Forschen und publizieren» beziehungsweise im dortigen Unterkapitel «Verlags- tätigkeit». S. 140 f. 423) JBL 5 (1905). Vereinschronik. S. 221. 424) Ebenda. 425) Ebenda, S. 222. 426) JBL 11 (1911), Vereinschronik. S. 173. 97
        

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