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- Sie fiuiaigung Ser fierrscftatt 5cvellenberg am 16. Märs ibyy in KenSern. Die Originalurkunde über diesen Huldiguugsakt, welche von Joh. Michael Lother, kaiserl. Subdelegationskommissions-Aktuarius verfaßt wurde, befindet sich im Regierungsarchiv in Vaduz und sei im Folgenden auszugsweise mitgeteilt.') Der fürstl. kemptische Hofkammerrat und Jnterims-Oberamt- mann der Graf- und Herrschaft Vaduz und Schellenberg Johann Franz Ziegler hatte die Landammänner, Gericht und Untertanen, wie auch deren Söhne im Alter über 14 Jahr eingeladen, zwischen 9 nnd 10 Uhr obigen Tages mit ihrem „Undergewöhr" in Ben- inern zu erscheinen und ihrem neuen Herrn zu huldigen. Zur bestimmten Zeit erschienen die Unterländer auf dem Platze vor dem Pfarrhof in Bendern, wo bereits die mit Voll- machten versehenen Vertreter des Fürsten von Liechtenstein und des kaiserlichen Administrators eingetroffen waren. Der Land- ammann und noch einige Vertreter der Herrschaft Schellenberg )̂ ließen sich im Pfarrhof anmelden und baten, man möge ihnen erlauben, bevor man zur Huldigung schreite, durch ihren Fürsprech Franz Braun von Feldkirch etwas vorzubringen. Auf erhaltene Erlaubnis wurde alsdann von diesem „mit allgebührendem Respekt angebracht, daß zwar der Landammann nnd etliche von dem Ge- richt verwichenen Freitag ihrem Jnterims-Oberamtmann die Ver- sicherung gegeben, daß sie auf den heutigen Tag die Huldignng ablegen wollten. Weilen aber die gemeine Unterthanen damahlen von solchem noch nichts gewußt, sondern indessen ihnen dieses ') Eine vollständige Wiedergabe dieses und der später noch zu besprech- enden Huldigungsprotololle würde wegen des in damaligen Zeiten üblichen bombastischen Stieles und der häufigen Wiederholungen zu weit führen, weshalb eine wörtliche Wiedergabe des Textes nur aus die wichtigeren Punkte beschränkt wird. Dadurch gewinnt das Ganze auch an Klarheit. 2) Bei diesem Anlaß waren auch der Landammann und Altlandam- mann der Grasschaft Vaduz auf besonderen Wunsch der Schellenbergischcn zugegen. Offenbar waren auch diese infolge der vieljährigen Kämpfe miß- trauisch geworden und wollten sich persönlich überzeugen, daß die im Ver- gleiche vom Jahre 1696 eingegangenen Verpflichtungen erfüllt resp, gewähr- leistet werden. Das Oberland hatte in dieser Sache das gleiche Interesse zu wahren, wie das Unterland.
        

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