— 26 — besondere die Pferdezucht in ausgedehnteste», Maßstabe und mit vielfach angestauntem Erfolge betrieb. Mit großem Verwaltungs- talente ausgestattet, brachte er System in die Bewirthschaftung seiner Güter und organisierte für dieselben eine umfassende Buch- haltung i). Er war es auch, der den Grund zu der berühmten liechtensteinischen Gemäl degallerie in Wien legte. Seinen Bemühungen, Sitz und Stimme im Reichsfürstenkollegium des deutschen Reiches zu erlangen, blieb der Erfolg versagt. Des Fürsten Carl Eusebius ebenfalls einzig hinterlassener Hans Sohn und 
Erbe Fürst Hans Adam (Andreas), der uns als der Adam eigentliche Begründer des Fürstenthüms Liechtenstein besonderes Interesse einflößt, wurde 1662 geboren und erreichte, da er schon 1712 durch einen Schlaganfall dahingerafft wurde, nur ein Alter von 50 Jahren. Mit ihni schwand eine bedeutsame Erscheinung des fürstlichen Hauses, ein ausgezeichneter Administrator des Familien- besitzes, den er beträchtlich vermehrte, ein verständnisvoller Förderer der schönen Künste. Durch seine großartigen Palastbäuten, die, soweit sie erhalten sind, noch heute bewundert werden, durch die Anschaffung hervorragender Kunstschätze, welche noch gegenwärtig einen Schmuck der liechtensteinischen Gemäldegallerie bilden, durch Anlage einer neuen Wiener Vorstadt, die nach ihm Liechtenthal genannt wurde, nicht zuletzt aber durch die Erwerbung der reichsünmittelbaren Herrschaften Vaduz und Schellenberg, welche bestimmt waren, dem fürstlichen Hause als Stufe zur Souveränität zu dienen, hat er sich ein bleibendes Andenken gesichert. Er starb, wie erwähnt, ohne männliche Nachkommen; von seinen Töchtern hat Maria Theresia, welche mit dem Herzog Thomas Emanuel von Savoyen, einem Neffen des berühmten Prinzen Eugen von Savoyen vermählt war, ihren Namen durch große Stiftungen verewigt, aus welchen insbesondere das savoyische adelige Damenstift in Wien und die savoyische Ritterakademie, die später in das von der Kaiserin Maria Theresia gegründete There- siannm aufging, zu nennen sind. >) Die auch mit der 
staatlichen Rechnungskontrolle für Liechtenstein betraute fürstliche Buchhaltung, gegenwärtig in Butschowitz, hatte ihren ur- sprünglichen Sitz in Feldsberg, ebenso wie die fürstliche Hofkanzlei, welche sich derzeit in Wien befindet.
        

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