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- III. Die geschichtlichen Anfänge des. fürstlichen Hauses Liechten- stein sind urkundlich nicht festgestellt. >) Schon früh begegnen wir zwei der Ueberlieferung nach in verwandtschaftlicher Beziehung stehenden und seit dem 13. Jahr- hunderte nach ihren Hauptsitzen zubenannten Linien, nämlich der österreichischen Linie Liechtenstein-Nikolsburg, welche gegenwärtig noch blüht und der steirischen Linie Liechtenstein - Murau, welche zu Anfang des 17. Jahrhunderts erloschen ist. Als Stammsitz der ersteren ist das Schloß Liechtenstein bei Mödling in Nicderösterreich anzusehen, während das gleichnamige Schloß bei Judenburg im Murthale der Stammsitz des steirischen Hauses ist. Beide Häuser ragten schon im Beginne ihres Auftretens durch Besitz und Ansehen hervor, gehörten als Ministeriales (Landherren und Dienstmannen) der Markgrafen von Oesterreich und Herzoge von Steiermark dem hohen Adel an und bekleideten .wichtige Landesämter. Aus der (wie erwähnt gegenwärtig noch blühenden) öster- reichischen Linie ist der Erste, welcher in einer Reihe von Ur- kunden genannt wird, Hugo von Liechtenstein, der um 1140 lebte. Mit Heinrich I. von Liechtenstein, welcher zur Zeit der Babenberger (deren Stamm 1246 erlosch) und auch späterhin in die Geschicke seines Vaterlandes wirkungsvoll eingriff, im Feldzuge gegen die heidnischen Preußen 1245 durch seine muthige Entschlossen- heit den Sieg (unweit Thorn) davontrug und 1246 die Ungarn unter Bela IV. an der Leitha schlug, beginnt die ununterbrochene Stamm- reihe der österreichischen Linie; in den Liedern seines Verwandten, des der steirischen Linie angehörigen berühmten Minnesängers Ulrich von Liechtenstein ist ihm ein bleibendes Denkmal gesetzt. Er brachte 1249 Nikolsburg an sein Haus, bei dem diese Stammherrschaft bis 1560 verblieb, in welchem Jahre sie von Christoph IV. von Liechtenstein verkauft wurde und damit dauernd für das Geschlecht verloren ging. ') Kaiser, Gesch. d. Fstth. Liechtenstein, S, 439, nimmt an, daß das Geschlecht von Azzo v. Este abstammt, was 
Falke, Gesch. d. fstl. Hauses Liechtenstein, I. S, 3 als sagenhaft zurückweist.
        

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