— 171 — passive Wahlrecht ein. Das deutsche Rcichsstrasgesctzbnch vvm IS. V 1871 hat von der richtigen juristischen Ansicht ansgehend, daß am srei herumlaufenden Wilde ein Diebstahl nicht möglich sei, dic unberechtigte Jagdausübnng aus sremdcm Jagdgcbierc blos als strasbarcn Eingriff in fremdes Jagdrccht, also nicht mehr als Diebstahl behandelt. Der vorliegende Gesetzentwurf ist aus diese nnzweifelhafr richtige Rechtsan- schauung gebaut nnd bedroht mit Recht die Jagdfrevel mit viel ge- ringeren Strafen nnd hauptsächlich nur mit Geldstrafen." Anläßlich der Berathung ' im Landtage gab die Regierung auf eine gestellte Anfrage die Erklärung ab, daß das Jagdpersonale beim Zusammentreffen mit Wilderern nur im Falle der Nothwehr von der Waffe Gebrauch machen dürfe. Außer den Berathungen nnd Beschlußfassungen über dic ge- nannten 3 Gesetze hatte sich der Landtag wiederholt mit den Rheinbauten zu beschäftigen. Bereits im Vorjahre wurde ein Gesetz geschaffen, welches die Rheinschutzbauten betraf. )̂ Die in demselben als besonders dringend vorgesehenen Bauten wurden mit beiläufig 100,000 fl. veranschlagt, wozu der Landesfürst ein nnver- zinsliches, in 10 Jahren rückzahlbares Darlehen von 50,000 fl. gewährte. Das Darlehen sollte nach den Bestimmungen des Ge- setzes hauptsächlich zur Verstärkung der Binnendämme verwendet werden. Für die Wuhrbauten hatten die Rheingemeinden mifzn- kommen, jedoch mit theilweiser Beihülfe aus Landesmitteln. Um in dieser Beziehung zu entsprechen und um die Rückzahlung des Darlehens zu ermöglichen, wurde beschlossen, die landschaftliche Grundsteuer von 5000 fl. ans 10,000 fl. zu erhöhen. Man begann nun schon im Herbste 1871 mit den Projektierten Bauten und arbeitete rüstig während des Winters vorwärts. Doch bedeutende Hochwässer, welche im Sommer 1872 eintraten, zerstörten wieder viel an den begonnenen Bauten. Das Hochwnsser wiederholte sich im Oktober und verursachte unterhalb der Gampriner Mühle einen Dammbruch nnd eine arge Uebcrschwemmuug, die sich über Rnggell fortpflanzte. Der Zustand war also noch schlimmer geworden, als im Vorjahre. Dazu kamen die rasch emporwachsenden Hochwuhr- bauten am schweizerischen Rheinnser, die bei Hochwässcrn die ganze Wassermasse auf das mit niederen Wuhre» versehene liechtenstein. Ufer drängten. Die Regierung sah sich daher veranlaßt, im' >) L. G. V. Nr. 
1871. G>s. v. X. ,871.
        

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