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- wie aus dcn Landesrechnungen dieser Jahre ersichtlich ist, fast regelmäßig in Folge der wächsenden Gefahren nicht unerheblich überschritten. Außerordentlicher Landtag vom »5. Nov. I8SS bis IS. Januar I87V. Die in Folge des geplanten Baues der Vorarlbergerbahn aufge- getretene Eisenbahn frage hatte den Landtag schon in der Sitzung vom 21. VII. des Vorjahres und neuerdings den Landes- ausschuß lebhaft beschäftigt und die Einberufung eines außerordent- lichen Landtages nothwendig gemacht, um noch vor Mai 1870 zu einer definitiven Erledigung zu kommen. Bei den Berathungen trat allgemein die Ansicht in den Vordergrund, man solle die Eisenbahn durch das ganze Land über Balzers zu dem natürlichen Knotenpunkte Sargans führen, und wenn sich dies als ganz un- möglich erweisen sollte, wenigstens bis Vaduz. In diesem Sinne war auch von mehreren Gemeindevorstehern und Bürgern des Landes eine Petition an den Landesausschuß gerichtet worden. Von dem Regierungschef v. Hausen, der bei den Verhandlungen in Wien als Bevollmächtigter fungierte, wurde jedoch erwidert, daß diese angestrebten Bahnprojekte nicht die geringste Aussicht' auf Ge- nehmigung von Seite der österreichischen und schweizerischen Regierungen hätten. Die Regierung in Bern habe sich in Folge der Uebereinkunft vom 5. August 1865, wobei Oesterreich in den Anschluß bei Rüthi eingewilligt hatte, in einer günstigen Lage bei den Unterhandlungen befunden. Nur durch die größten Anstreng- ungen der österreichischen und der liechtensteinischen Regierung sei es gelungen, die schweizerische Bundesregierung für den Anschluß bei Schaan-Buchs zu gewinnen, da es im Interesse der Schweiz lag, den vorarlbergischen Verkehr bei der nächsten Stelle auf die schweizerische Rheinthalbahn hinüber zu führen. Der liechtenstein. Bevollmächtigte habe bei dieser Sachlage nichts anderes thun können, als unter Vorbehalt der Zustimmung des Landtages für den Anschluß bei Schaan-Buchs einzutreten. Der Präsident D^ Karl Schädler erklärte sich entschieden gegen den Anschluß bei Schaan-Buchs, weil diese Linie nur durch einen fast unbe- wohnten Strich des Landes führe und der Bahndamm quer durch das Thal bei Schaan eine große Wassergefahr mit sich bringe. 11 -
        

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