- 154 — „Sollte es sich um Handels- und Zollverträge mit der Schweiz überhaupt oder mit den Kantonen Graubünden oder St. Gallen handeln, so wird Oesterreich nicht blos die besonderen Wünsche der fürstlichen Regierung bei den Unterhandlungen berücksichtigen, sondern auch den Vertrag nicht ratifizieren, bevor es sich der Zustimmung Liechtensteins versichert." Diese für unsere Verkehrsverhältnisse durch die Erstellung von Rheinbrücken doppelt wichtige Bestimmung veranlaßte unsere Regierung, die mit dem Landtage vereinbarten Wünsche bezüglich der liechtenstein.-schweizerischen Landesgrenze kundzugeben. Die- selben wurden auch bei dem Vertragsabschlüsse möglichst berück- sichtigt. Der Vertrag ist auf dem Fuße der meistbegünstigten Nationen abgeschlossen und bestimmt insbesonders in Art. V, daß sür Faßweine aus dem österr. Zollgebiete, zu dem Liechtenstein gehört, der niedrigste Zoll beim Eingang in die Schweiz zu ent- richten ist. Außerdem sind in den Vertrag mehrere Verkehrs- erleichterungen, welche speziell den Grenzbezirk betreffen, aufge- nommen. Zu dem Bau einer neuen Straße von Schaan nach Planken votierte i>er Landtag einen Beitrag von 1500 fl. aus Landesmitteln. Die Gesammtbaukosten waren mit 3421 fl. 
ver- anschlagt. Der Gemeinde Balzers wurde zur Schließung des Wuhr- und Damm ei nbruches eine landschäftliche Subvention von 5000 fl. bewilligt, mit der Verpflichtung, die Arbeiten in Akkord zu vergeben und durch einen auf Landeskosten bestellten Sachkundigen zu beaufsichtigen. Anfangs Oktober 1868 war näm- lich ein ungewöhnlich großes Hochwasser eingetreten und hatte in Balzers einen Wuhrbruch und eine vielen Schaden verursachende Ueberschwemmung veranlaßt. Zur Milderung des Nothstandes der Beschädigten wurden in allen Gemeinden des Landes Naturalien und Geld gesammelt. Auf schweizerischer Seite waren an ver- schiedenen Stellen Wuhreinbrüche erfolgt und ein großer Theil der linksufrigen Rheinthalseite glich einem See. Ueberall in der Schweiz, im benachbarten Oesterreich und in Deutschland veran- staltete nmn Sammlungen für die Ueberschwemmten des Rhein- thales, die über Erwarten groß ausfielen. Auch die Gemeinde Balzers erhielt von diesen Geldern einen beträchtlichen Antheil.
        

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