— 134 — In diesem Steueranschlage wurde nur das reine Vermögen (ab- züglich der Schulden) nach der eidlichen Angabe der Gemeinos- genossen verzeichnet. Die Anlage der Steuer — damals Schnitz genannt — war lediglich Sache der Landschaften (Landammänner und Abgeordnete der Gemeinden) und die Herrschaftsbeamten hatten sich mit derselben nicht zu befassen. Im Jahre 1700 be- trug das Steuervermögen der Landschaft Vaduz 472,300 fl., und das der Landschaft Schellcnberg 169,575 fl. — Bon 1577 bis l590 betrug die jährliche Steuer oder der Schnitz 649 st., von 1590 bis 1696 1300 fl., von .1696 bis 1791 im Durchschnitt 2400—3000 fl., von 1809 bis 1865 im Durchschnitt 4000 bis 5000 fl. ') Die jährliche Steuer aus das durch das neue Steuergesetz ermittelte Grund- und Hüusersteuerkapital von beiläufig 500,000 fl. betrug in der Folge bis heute zumeist nur l^/o — 5000 fl. Die neue Gelverbesteuer und die Personalsteuer brachten dem Lande jährlich gegen 4500 sl. ein, welche Summe aber später durch ent- sprechende Gesetzesnbänderungen wesentlich erhöht wurde. Eine andere Frage von großer volkswirthschaftlicher Be- deutung trat an den Landtag heran mit der Einführung einer neuen Waldordnnng. Dieselbe wurde nach längerer Berathung in der Kommissionsfassung, welche die im Regierungsentwurfe ent- haltenen Eigenthumsbeschränkungen der Gemeinde-, GenossenschaftS- und Stiftüngswaldungen und besonders der Privatwaldungen um ein Merkliches reduzierte, in der Sitzung vom 9. X. 1865 an- genommen 2). Das neue Gesetz unterstellt alle im Lande gelegenen Waldungen der Oberaufsicht der Regierung. Jede Gemeinde hat zur unmittelbaren und steten Beaufsichtigung der in ihrem Be- zirke befindlichen Wälder einen Waldaufseher, dessen Bestätigung nnd Beeidigung der Regierung zusteht, zu bestellen. Die Wald- aufseher unterstehen dem Forstamte. Der Wälderbestand muß er- halten bleiben und Ausrodungen dürfen nur mit Genehmigung der Regierung über Antrag des Forstamtcs erfolgen. Diese In- stanzen haben auch bei allen Waldungen mit Ausnahme der Privatwaldungen die Art und Größe der jährlich zur Nutzung Näheres über die ersteren Angaben finden sich in Kaisers Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein. S. 335, 434, 498 und' 51 l, 2) L. G. B. Nr. 2, 
I86>>. Gesetz v. 8. X 1865.
        

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