— 103 - Bundestage entschieden für die Rechte Friedrich VIII. einzutreten. Außerdem richtete der Landtag folgende Interpellation an die fürstl. Regierung: 1. Hat der liechtst. Bundestagsgesandte bei der in der Sitzung vom 7. XI l. 1863 erfolgten Verhandlung über Schleswig-Holstein dem Antrag auf eine Exekution gegen Dänemark, statt dem auf eine voll- ständige Besetzung der Herzogthümer zugestimmt? 2. Was ist die f. Regierung zur Geltendmachung altverbriefter Rechte der Herzogthümer zu thun entschlossen? Der Regierungschef v. Hausen beantwortete diese Inter- pellation in der Sitzung vom 18. II. 1864 wie folgt: »ä 1. In der Bundessitzung vom 7. XII. 1863 sei kein Antrag in Bezug auf Schleswig-Holstein, sondern auf die Herzogthümer Holstein- Lauenburg gestellt worden. Der Antrag sei auf Ausführung des Exe- kutionsverfahrens bezüglich Holstein-Lauenburg, resp, auf die Ueber- nahme der Verwaltung dieser Herzogthümer gerichtet gewesen, wozu eine vollständige Besetzung derselben blos als ein Mittel zum Zwecke im- xlieite. in Aussicht genommen wurde. Der liechtst. Gesandte habe diesem Antrage zugestimmt. sä. 2. Die f. Regierung werde stets bemüht sein, auf bundes- verfassungsmäßigem Wege dafür mitzuwirken, daß alte verbriefte Rechte der Herzogthümer zur Anerkennung gebracht und geschützt werden. Die Schleswig-Holstein'sche Frage hatte schon vorher im Lande eine Bewegung hervorgerufen. Am 8. XII. 1863 wurde in Vaduz eine Versammlung von Vorarlbergern und Liechten- steinern abgehalten, um über Mittel und Wege zu berathen, wie den schwer bedrängten Brüdern in Schleswig-Holstein und ihrem guten Rechte möglichst thatkräftige Unterstützung geleistet werden könnte. Die Verhandlungen waren von großer Begeisterung für die nordischen Brüder getragen. Man einigte sich, zwei Hilfs- komites zu bilden, ein vorarlbergisches und ein liechtensteinisches. Ferner beschloß man, an den Reichstagsabgeordneten T>L- Rech- bauer, welcher im österreich. Reichstage die Sache Schleswig- Holsteins so männlich vertreten habe, eine Adresse zu richten. Der Vorsitzende des liecht. Hilfskomites D^- Carl Schädler erließ am 15. XII. 1863 einen Aufruf, in welchem alle Vaterlandsfreunde aufgefordert werden, ihrer nationalen Gesinnung durch monatliche oder einmalige Geldbeiträge Ausdruck zu geben. Zur Annahme der Beiträge wurden in den Gemeinden besondere Agenten aufgestellt.
        

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