Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
7
Erscheinungsjahr:
1977
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000326/42/
Wie sympatisch ist den Ausländern Liechtenstein? Das Fürstentum Liechtenstein wird im allgemeinen als sympathisches Land angesehen. Mit Ausnahme der Italiener erklären zwischen 66 und 90 Prozent der befragten Ausländer, die schon von Liechtenstein gehört haben, das Land sei ihnen «sympathisch» oder «sehr sympha- tisch». Unter den Italienern ist mit 22 Prozent die Fraktion am grössten, die das Fürstentum nicht sympathisch findet. Dieses Ergeb­ nis muss zu denken geben, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die Menschen grundsätzlich dazu tendieren, eher positive Urteile ab­ zugeben. In der empirischen Sozialforschung misst man deshalb nega­ tiven Äusserungen ein stärkeres Gewicht bei als den positiven. Nega­ tive Urteile signalisieren in der Regel ein erhebliches Ausmass an Missfallen und kritischer Einstellung. Doch die Nachbarn Liechtensteins — vor allem die Anrainer — fin­ den das Fürstentum in hohem Masse sympathisch, wenn sie auch mit dem Prädikat «sehr sympathisch» etwas zurückhalten. «Sehr sympa­ thisch» ist Liechtenstein zu 37 Prozent den Einwohnern St. Gallens und des Rheintals und zu 30 Prozent den Engländern, den Vorarlber­ gern aber weit weniger, nämlich zu 12 Prozent. Grundsätzlich finden mehr ältere als jüngere Leute Liechtenstein sehr sympathisch.* Wenn man die Vorstellungen und Urteile der Personen, die dem Für­ stentum positiv gegenüberstehen und es als sehr sympathisch bezeich­ nen, mit dem Liechtenstein-Bild derjenigen Menschen vergleicht, die Liechtenstein unsympathisch finden, kann man die Ursachen für den Sympathie-Mangel aufspüren. Eine entsprechende Analyse wurde an­ hand des in der Bundesrepublik Deutschland erhobenen Datenmate­ rials vorgenommen. Diese Befunde lassen sich nicht unbedingt voll auf die Motivationen der Angehörigen anderer Staaten übertragen, doch kann man von ähnlich gelagerten Zusammenhängen auch in den anderen Ländern ausgehen. Personen, die Liechtenstein unsympathisch finden, haben von Liech­ tenstein ein völlig anderes Bild als die Sympathisanten des Landes. Wer Liechtenstein nicht mag, kennt und sieht viel weniger positive Züge des Fürstentums, er denkt weniger an die Urlaubsmöglichkeiten, an die Gemäldesammlung, an die Unabhängigkeit des Landes; er sieht in den Liechtensteinern weniger tüchtige und beneidenswerte Men­ schen, selbst die Briefmarken kommen ihm weniger in den Sinn, wenn "•Tabelle 11. 40
        

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