Herausgeber:
Verlage
Bandzählung:
119
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000256_119_1_2/34/
    
    
Harald Bösch 
e) Resolutiv bedingte Eigentumsübertragung? 
Unter Berufung auf den Verfasser dieses Beitrags ist in der unlängst veröf- 
fentlichten Untersuchung MoosMANNs!S7 der Einfluss der deutschrechtlichen 
Treuhanddoktrin auf die Kodifikation der liechtensteinischen Treuhänder- 
schaft in einer jüngeren schweizerischen Arbeit erstmals anerkannt worden!88, 
In dieser Arbeit wird auch der Meinung!® beigetreten, dass die Übernahme 
des Trust in das liechtensteinische Recht nur funktional erfolgen konnte!®. 
MoosMANN verweist dabei zutreffend darauf, dass der liechtensteinische Ge- 
setzgeber einen Lôsungsweg suchen musste, der zwar im Ergebnis dem Trust 
entsprach, sich aber konzeptionell dennoch in das herrschende System der Sa- 
chenrechte eingliedern liess!°!. Unter Hinweis auf Arbeiten SCHULTZES glaubt 
MoosMANN diesen Lôsungsweg in der resolutiv bedingten Eigentumsübertra- 
gung des Treuguts auf den Treuhänder gefunden zu haben!°?. Der Lôsungsweg 
über das dingliche Verwaltungsrecht des Treuhänders wird von ihm ohne wei- 
tere Begrindung als «unnôtig» verworfen!°. Die im liechtensteinischen Treu- 
handrecht angeblich umgesetzte Theorie des resolutiv bedingten Eigentums- 
übergangs auf den Treuhänder will MoosMANN in weiterer Folge (auch) für 
das schweizerische Treuhandrecht fruchtbar machen!®*, 
Die in der Literatur anzutreffende Feststellung, der Treuhänder der liech- 
tensteinischen Treuhänderschaft sei im Gesetz weder je als Eigentümer be- 
zeichnet noch werde das Treugut je als Eigentum des Treuhänders benannt!®5, 
wird von MoosmMANnNn unter Hinweis auf Art. 911 Abs. 4 PGR!® mit dem At- 
187 MoosMANN, Der angelsächsische Trust und die liechtensteinische Treuhänderschaft unter 
besonderer Berücksichtigung des wirtschaftlich Begünstigten, Diss. Zürich, Bd. 56 der 
Schweizer Schriften zum Bankrecht (1999). 
188 Siehe MoosMANN a. a. O. 160 f., 180 ff. Die Untersuchung MoosMANNs lag dem Verfasser erst 
vor, nachdem er das Manuskript dieses Beitrags bereits weitgehend abgeschlossen hatte. Aus 
Zeitgründen musste auf eine umfassendere Behandlung der Thesen MoosMANNS im Gesamttext 
verzichtet werden. Zu den hier besonders interessierenden Thesen MoosMANNs konnte aber 
mittels eines Einschubs im Haupttext gleichwohl noch Stellung genommen werden. 
189 BôscH (Fn. 6) 252. 
190 MoosMANN (Fn. 187) 179. 
191 MoosMANN (Fn. 187) 179 f. In diesem Sinne bereits schon zuvor BöscH (Fn. 6) 252 ff. 
192 MoosMANN (Fn. 187) 183 ff. 
193 MoosMANN (Fn. 187) 183. 
194 MoosMANN (Fn. 187) 304. 
195 So BôscH (Fn. 6) 295. 
196 Art.911 Abs. 4 PGR hat folgenden Wortlaut: «Ergibt es sich aus Gesetz oder sonstiger Treu- 
anordnung nicht anders, so finden auf das Treugut als Sondergut die Vorschriften über das 
Gesamteigentum, jedoch mit Ausschluss jener über die Teilung, mit der Massgabe Anwen- 
dung, dass die Treuhänder zur gesamten Hand berechtigt und verpflichtet sind, und dass bei 
Ausscheiden eines Treuhänders oder bei Eintritt eines neuen Treuhänders die Rechte und 
Pflichten ohne weiteres, soweit für die Übertragung nicht besondere Formvorschriften aufge-
        

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