Herausgeber:
Verlage
Bandzählung:
119
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000256_119_1_2/12/
    
    
Harald Bösch 
lierte Kenntnis des liechtensteinischen wie auch des englischen 
Treuhandrechts auszeichnen. 
Im Zuge neuer Recherchen gelang es unlängst, in der Schweiz einen Sohn 
des 1961 verstorbenen Marcus WYLER ausfindig zu machen. Obwohl sich 
aus dem schriftlichen Nachlass von MArcus WYLER nur wenig erhalten hat, 
erklärte sich sein Sohn freundlicherweise*” bereit, die noch vorhandenen Un- 
terlagen seines Vaters nach Hinweisen auf eine Tätigkeit bei der Kodifikation 
des PGR zu sichten. Dabei kam eine von MArcus WYLER in alter Maschi- 
nenschrift geschriebene Auflistung seiner Publikationen (Titel: «Hauptsäch- 
liche publizierte Arbeiten von Marcus Wyler, Zürich») zum Vorschein. In die- 
ser chronologisch nach dem Erscheinungsjahr der jeweiligen Publikationen 
angelegten Liste findet sich u. a. folgender Eintrag: 
«St G. 1924 Vorentwurf für das Treuhandrecht des liechtensteinischen 
Zivilrechts, Personen und Gesellschaftsrecht.»°S 
Auf dieser neuen Erkenntnis aufbauend ist davon auszugehen, dass der 
schweizerische Anwalt Dr. MARcus WYLER der Verfasser jenes Entwurfs ist, 
auf den die liechtensteinischen Gesetzesmaterialien Bezug nehmen, denn 
auch die weiteren WYLER betreffenden Umstände decken sich mit den in den 
liechtensteinischen Gesetzesmaterialien enthaltenen Hinweisen: WYLER ver- 
brachte 1906 ein Jahr in London°°. Er veröffentlichte während dieser Zeit so- 
gar einen Aufsatz in einer englischen Fachzeitschrift®. WyYLER war aufgrund 
seines Anwaltsberufs ein «praktischer Jurist» im Sinne der Gesetzesmateria- 
lien und kannte auch das englisch-amerikanische Recht besonders gut. Er 
muss auch noch nach seiner Rückkehr aus England mit englischen Juristen in 
Kontakt gestanden oder die Verhältnisse in England zumindest weiterhin gut 
beobachtet haben®!. 
Auch die zeitlichen Begleitumstände der liechtensteinischen Kodifikation 
stimmen mit WYLERs Eintrag überein. WYLERS Vorentwurf ist mit 1924 
datiert. Zu dieser Zeit waren die Redaktionsarbeiten zum im November 1925 
vom liechtensteinischen Landtag verabschiedeten PGR voll im Gange. 
57 Der Verfasser möchte sich auch an dieser Stelle nochmals herzlich bei Herrn Reto Wyler für 
dessen spontane Hilfsbereitschaft bedanken. 
58 «St G.» steht für St. Gallen. 
59 Mündliche Telefonauskunft von Herrn Reto Wyler v. 4.8. 1999, die auch durch die Publikati- 
onsliste Marcus Wylers gestützt wird. 
60 A precis of the conditions under which lunatics are received in Continental Asylums, British 
Medical Journal, 1906, pp. 78 ff. 
61 Vgl. WyYLeEr, Kritische Bemerkungen eines englischen Juristen über das Schweizerische 
Zivilgesetzbuch, SJZ 1923/24, 260 f.; DERS., «The Sources of Law in the Swiss Civil Code.», 
SJZ 1924/25, 123 f.
        

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