Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/72/
partei forderte vordringlich eine Änderung des Regierungssystems, das auch eine Änderung des Verhältnisses von Fürst und Volk und umgekehrt in sich barg. Das Binde(Zwischen-)glied zwischen Fürst und Volk, der Landesverweser, der bis anhin ein Ausländer war, sollte ausgeschaltet werden. Die verfassungspolitischen Ausein­ andersetzungen drehten sich denn auch anfänglich um die Forderung der Volkspartei, wonach ein Liechtensteiner zum Landesverweser be­ stellt werden müsse. Um den Anschein als ob die Volkspartei antimonarchisch5411 eingestellt sei, ganz aus dem Wege zu räumen, nimmt Dr. Wilhelm Beck in den O. N. vom 7. August 1920 Stellung in seinem Beitrag «Zur Politik der Wiener Gesellschaft». Es war nicht zu übersehen, daß die Liech­ tensteiner, die in der Schweiz arbeiteten, auf die Volkspartei Einfluß ausübten, indem sie sie in ihren landespolitischen Bestrebungen unter­ stützten. Dies löste auf Seiten der Bürgerpartei Argwohn aus, waren doch die Liechtensteiner, die in der Schweiz arbeiteten, von einer an­ deren, liberalen staatspolitischen Gesinnung.54b So fragt Kabinettsrat J. Martin Landesverweser Dr. J. Peer in einem Schreiben vom 7. Februar 1921: «Wurde etwa mit Legationsrat Dr. Beck der Umstand gestreift, daß die in der Schweiz arbeitenden Liechtensteiner meist eine repu­ blikanische Gesinnung erhalten?»55 In der Rückantwort von Landes­ verweser Dr. J. Peer vom 10. Februar 1921 heißt es dazu: «Daß die in der Schweiz arbeitenden Liechtensteiner zumeist sozialdemokrati­ schen, wenn nicht noch weiter nach links hinneigenden Ansichten huldigen, ist leider nicht zu bestreiten. Doch halte ich es immerhin noch für weit klüger, ihnen in der Schweiz die Gewährung einer Arbeitslosenfürsorge durch Einräumung des Gegenrechtes an hiesige arbeitslose Schweizer zu sichern, als im gegenteiligen Falle ihre Ausweisung aus der Schweiz und ihr massenhaftes Rückströmen ins Fürstentum zu befördern.»56 Dr. Wilhelm Beck tritt denn auch mit Nachdruck für die monarchische Staatsform ein, indem er sich gegenüber Prinz Eduard von Liechtenstein wie folgt äußert: «Ich gebe Ihnen die Versicherung ab, daß ich auch ohne Diplo­ matenränke und -schwänke den Mut hätte, öffentlich für die M» Vgl. O. N. Nr. 10, 6. März 1918. 5
    

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