Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/59/
I. Parteigründungen 1. Historischer Ansatz Die Verfassungsauseinandersetzungen von 1848/49 haben das Volk politisiert.1 Die Verfassungspostulate sind von einem einheitlich ge­ schlossenen Volkswillen getragen. Eine politische Aufgliederung in Parteien findet nicht statt.2 Doch bilden diese Verfassungsbestrebun­ gen den Ausgangspunkt der politischen Bewegung um Dr. Wilhelm Beck. 2. Parteiformierungen Die Abschichtung einer Gruppe von Abgeordneten um Dr. Wilhelm Beck3 wurde im Landtag in den Jahren 1914 bis 1918 augenfällig. Sie hob sich in ihrer politischen Gesinnung4 und staats-(außen-)poli- tischen Ausrichtung5 stark von den übrigen Landtagsabgeordneten 1 Dies zeigen die Ausführungen von Geiger P., Geschichte des Fürstentums Liech­ tenstein 1848 bis 1866, Diss. Zürich 1971, 59; vgl. auch Bergsträsser L., Die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland, in: Parlamentarismus hrg. von Kluxen K., 1967, 143. 2 Geiger P., 106. 3 Er wurde im Jahre 1885 geboren, absolvierte seine Studien an den Juristischen Fakultäten der Universitäten von Zürich und München. Nach seinem Studium trat er in das Anwaltsbüro des Herrn Dr. E. Grünenfelder in Flums ein (dieser war in der Zeit von 1905 bis 1943 Nationalrat und gehörte der katholisch­ konservativen Partei an; vgl. Die Schweizerische Bundesversammlung 1848 bis 1920, Band I, Biographien, bearbeitet von Erich Gruner, Bern 1966) und eröff­ nete 1914 in Vaduz ein eigenes Anwaltsbüro. Seit dieser Zeit war er ununter­ brochen bis 1928 und später von 1932 bis 1935 Mitglied des Landtages. Zur Würdigung seiner Person siehe Liechtensteiner Vaterland, I. Jahrgang, 22. Januar 1936. ' Ein politisches Gedicht aus dem Jahre 1918, das im Jahrbuch 1919 des Liech­ tensteiner Verein von St. Gallen und Umgebung unter dem Titel «Liechtensteiner, wachet auf» abgedruckt ist, belegt sie. Dort heißt es: «Wir haben geschwiegen seit 70 Jahr, wir haben erduldet was möglich war. Von Fremden nach Willkür geknechtet, Wir wollen im Land selbst Meister sein, Es lebe die Freiheit in Liechtenstein und nieder, was immer sie schändet.» 5 Im Liechtensteiner Volksblatt (L. V.) Nr. 31, 1. August 1914, lesen wir: «An­ reger und Leiter des Blattes (.Oberrheinische Nachrichten') ist Dr. Wilhelm Beck, zur Zeit auf dem Büro von Hrn. Nationalrat Grünenfelder in Flums. Den größten Teil seiner Studien, wie auch deren Abschluß hat er in der Schweiz gemacht. Aus diesen Umständen und aus seinen gegenwärtigen Beziehungen erklärt sich die Ausgabe des Blattes in Mels (St. Gallen) und 
Jessen für schwei­ zerische Verhältnisse sehr eingenommene Haltung.» (Hervorstreichung durch den Verfasser) 61
        

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