Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/55/
Begründung für Souveränität. Diese grundlegende Erfahrung betrifft immer nur einen konkreten Kreis: Wir als Mitwirkende, eine kon­ krete Aufgabe: unser Leben, unser Verhältnis zur Gerechtigkeit. So­ bald alle Elemente für die Autarkie im Sinne des menschenwürdigen Lebens beisammen sind, ist der Kreis geschlossen und in sich sinnvoll. Er erreicht sein Ziel. Der Kreis kajin wachsen. Er darf aber nicht entarten. Der Staat ist begrenzt und :zwar. in erster Linie durch sich selbst, durch seine Aufgabe: freie Bürger, d. h. Bürgern für Gerechtig­ keit und Verständnis in genügender Zahl und Qualität heranzubil­ den51. Alles andere kommt nachher. Bündnisse, überregionale Zu­ sammenschlüsse sind möglich, nützlich. Sie dürfen aber das Leben der souveränen Gemeinschaft nicht in Frage stellen52. Die menschliche Gemeinschaft erreicht und verwirklicht nämlich in der staatlichen Organisation einen obersten Wert und zwar folgenden: Der Mensch ist nicht dem Menschen; ein Wolf, sei es auch nur im Sinne einer organisierten Meute, in der jeder seinen Ansprüchen lebt und wo es gewisse Garantien für alle gibt. (Dieser Zustand einer Ge­ sellschaft wäre nach - Auffassung des Aristoteles und seiner Schüler gerade die beste Voraussetzung, für den Tyrannen)53. Der Mensch ist als Bürger vielmehr im Kern seiner Person dazu aufgerufen, für sich und die andern gerecht einzustehen. Diese Erfahrung steht im Zentrum der aristotelischen Politik, ent­ hält aber auch das Testament das uns die griechische Philosophie in ihrer Staatslehre hinterlassen hat. 51 Der griechische Ausdruck für die «innere Grenze» heißt 
'jieqci?, wörtlich «Um­ fang». Dies wird an folgenden Stellen präzisiert: 1252 b 27—30 und dann-vor allem im siebten Buch, am Beginn11323 ä-34 ff. 52 Es ist falsch, zu; behaupten, -Aristoteles'denke nur an kleiristaatliche' Verhält­ nisse, überregionales" Denken läge ihm-fern. Wir finden bei ilim die Begriffe Provinz, Reich, Bundesgenossenschaft7 Aber'die :«Pölis» als 'die souveräne bür­ gerliche Organisation ist Angelpunkt für menschenwürdige Verhältnisse und daher auch ein Grundbegriff für die politische Philosophie. Die andern Begriffe sind abgeleitet. Sie werden in zweiter Linie in Betracht gezogen. 53 Man vergleiche damit die politische Philosophie von Hobbes: Leviathan. 56
        

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