Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/33/
Weiter wenn sich einzelne Selbständige zu einem Unternehmen zu­ sammenschließen, das ihnen allen Nutzen bringt und sie in ihrer Selbständigkeit stärkt (zu denken ist hier vielleicht an kriegerische Unternehmen, bei denen Beute verteilt wird, die Gründung von Ko­ lonien oder andere, Ertrag abwerfende Unternehmen). Wichtig ist hier der Zusatz: Das ist das oberste Ziel für alle wie für jeden einzelnen. Hier ist die Solidarität, das Dasselbe-wollen ausge­ sprochen.28 Schließlich kann aber der Einsatz auch für das Lebensnotwendige selbst, da dieses Element und einfachste Voraussetzung für das wür­ dige Leben sein kann, sofern dieser Einsatz nicht allzu schwer drückt und im Hinblick auf das oberste Ziel verständlich bleibt, zur Bildung von politischer Gemeinschaft führen. Wir erkennen drei Aspekte, nämlich Ehre, Nutzen und Notwendig­ keit, unter denen das gemeinsame oberste Ziel anvisiert werden kann.28 Von ihnen ist der dritte der überraschendste. Durch ihn wird ein Moment der Entwicklung als grundlegend neue Perspektive ein­ geführt.30 Dies entspricht freilich dem Bereich der Philosophie, der die menschliche Tätigkeit untersucht. Wir ahnen auch, daß praktisch eine Überblendung dieser Modalitäten in der Mehrzahl der Fälle vor­ liegen wird und eine Mischung der Motivationen für die Bildung vom Staat in Rechnung gestellt werden muß. Aristoteles akzeptiert in der Folge jede dieser Motivationen und be­ gnügt sich damit, für sie insgesamt festzuhalten: Jedesmal, wenn zum Nutzen der Beteiligten regiert wird, wird die Ordnung gerecht sein, wobei beiläufig der Nutzen der Regierenden, die ja auch Glieder der Gemeinschaft sind, mitberücksichtigt werden kann. Jedesmal, wenn zum Nutzen der Regierenden und gegen den Nutzen aller Beteiligten 28 Koivfj jiöcti 
y.ai xwpt; 1278 b 23—24. • 28 Leicht erkennen wir auch einen Hinweis auf die drei Modalitäten einer Freund­ schaft, welche in der «Ethik» beschrieben wurden, nämlich Ehre, Angenehmes und Hilfe im Notwendigen. Der'gute Freund vereint alle drei Qualitäten. Ähn­ lich die gute Verfassung. Die Ehre bezieht, sich auf die Zusammenarbeit mit den andern Menschen in ihrer Würde. Das Angenehme ist in der Politik der zusätzliche Nutzen aus der Vereinigung Tüchtiger. Dem Nützlichen aus der Ethik entspricht in der Politik der notwendige Beistand. 30 Uberraschend freilich nur für den, der im ersten Buch die Stelle 1253 a 27—30 überlesen hat. Sie lautet: jiöX.15 ... 
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oxiaa 8e xoC eil ^fjv. «Der Staat . . . des Lebens wegen entstanden, bestehend aber um des vollendeten Lebens willen.» 34
        

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