Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/21/
von näherer Bedeutung sind.15 Wir werden aber um eine genaue Analyse dieser oder jener Teile nicht herumkommen. Die beiden ersten Bücher handeln, wie gesagt, von dem konstituieren­ den Ziel und von den einfachsten Teilen der Gemeinschaft und der obersten, dem Staat. Hierzu ist folgendes auszuführen: Buch eins behandelt folgende wesentliche Punkte: 1. Der Einzelne in seinem Ungenügen, das menschliche Leben zu ver­ wirklichen (1252 a 24—1253 a 39). Aristoteles unterscheidet drei Aspekte des Ungenügens beim Einzelnen, nämlich: — das biologische, man würde heute sagen das sexuelle. Der Mensch hat es mit jedem Lebewesen gemein. Die Ergänzung vom Männ­ lichen und Weiblichen ist für die Entstehung des Lebens konsti­ tutiv. — das Ungenügen hinsichtlich dem Gebrauch der Vernunft. Dies gibt es nur beim . Menschenwesen. Der Mensch genügt sich nicht selbst in der Erkenntnis des ihm Zuträglichen. Auf die lebens­ notwendigen Handlungen bezogen, lassen sich unterscheiden: die Fähigkeit, vernünftig vorauszusehen und ein Angewiesensein, auf die Vernunft des andern zu hören. Ähnliches, aber nicht das­ selbe gilt für Tätigkeiten, die nicht natürliche Vorgänge, sondern künstliche Produkte zum Ziel haben. Hier gibt es das Entwerfen und das Ausführen-Könneri. , — schließlich das Ungenügeii des Einzelnen und die Ergänzung nach der Vernunft in allem, was menschenwürdiges Leben um­ fassend vervollständigt. Dieser Bereich ist nicht lebensnotwendig, aber zur Vollendung menschlicher Verhältnisse natürlicherweise notwendig. Nur dieses letzte Ungenügen ist, wie sich später zei­ gen wird, Ansatz für die politische Beziehung. Der ganze Abschnitt ist insofern wichtig, als mit ihm jeder Realis­ mus in der Beziehüngslehre überhaupt einsetzt. Das Ungenügen des Einzelnen ist Grundlage der Beziehung, sozusagen der Boden, in welchem dieselbe verankert ist. Für Aristoteles ist auch kennzeich­ nend die Unterscheidung zwischen natürlicher und künstlicher Aus­ richtung des menschlichen Tuns, ebenso die Unterscheidung zwischen 15 Der Verfasser stellt eine eingehende Darstellung dieser, Zusammenhänge in Aus­ sicht. ' • " 22
        

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