Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/200/
In unserer 
Wirtschaft zeigen sich Tendenzen einseitiger Entwicklung. Die Auslandsabhängigkeiten sind notwendig vorwiegend auf die grö­ ßeren Betriebe konzentriert; andere Zweige werden ganz natürlich durch solche Betriebe, verschiedene Dienstleistungsunternehmen und die öffentliche Verwaltung beschränkt. Der Mittelstand, das Rück- grad der Selbständigkeit und Bodenständigkeit, ist, nachdem die Bauern ohnehin eine kleine Gruppe geworden sind, schmächtiger geworden. Die Zahl der selbständig Erwerbenden ist zurückgegan­ gen. — Einseitige Mehrheiten entwickeln ihre eigene Mentalität und schaffen neue Abhängigkeiten von diesen Mehrheiten. Monokulturen aber wären gefährlich und könnten zur Vernachlässigung der klei­ neren, politisch weniger «interessanten» Gruppen, zu mangelnder Solidarität und zur Desintegration führen. «Der Mischwald ist ge­ sünder.» (Noldi Frommelt).121 Möglicherweise trägt die in manchem so üble Rezession dazu bei, daß mit der Zeit neue, kleine und mittlere Betriebe des liechtensteinischen Mittelstandes entstehen. Eine orga­ nische Entwicklung zu einer wirtschaftlich stärkeren Mischung und Streuung würde die Einseitigkeiten und die nicht unbedenklichen Abhängigkeiten von diesen Einseitigkeiten vermindern und die wirt­ schaftliche und berufliche existenzielle Integration aller Gruppen fördern. Einseitigkeiten zeigen sich auch bei unseren größeren 
Zeitungen, die praktisch je eine der beiden Parteien vertreten. Wer könnte in Ab­ rede stellen, daß unabhängige Zeitungen eine Bereicherung in unserer demokratischen Gesellschaft darstellen würden? Eine vielfältige Presse wäre in unseren kleinen Verhältnissen viel eher als etwa ein zentrales Radio imstande, die vielen Stimmen zum Wort kommen zu lassen und eine permanente Diskussion um unsere staatlichen Belange zu ermöglichen. Ausgewogene Systeme von Gewichten und Gegengewichten, von Ein­ richtungen, in denen alle zu ihrem Anteil kommen, und in denen Einflüsse von außen nicht zu übermächtig werden, gewährleisten allseits Zusammenhalt und nach außen Stärke. 121 Ober die Bedeutung unseres Gewerbes als «großes Sammelbecken so verschie­ dener Wirtschaftssubjekte, mit einem Streuung von der Urproduktion bis zum Kunstgewerbe»: Goop, Alfons, Uber und für das Gewerbe, in Das Gewerbe — Mitteilungen der Gewerbegenossenschaft für das Fürstentum Liechtenstein, Nr. 10—12, vom 15. 10., 15. 11. und 15. 12. 1975. 206
        

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