Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/194/
2. Strategien Sie sind die entscheidenden, grundlegenden Mittel, um, ausgehend von den Gegebenheiten, zu den Zielen zu gelangen und die Ziele zu verwirklichen. Dabei haben die Strategien sowohl den spezifischen festen kleinstaatlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten als auch den Zielen Rechnung zu tragen. Nachteilige, selbst verursachte Gegeben­ heiten dagegen gehören mit zu den zu verändernden Tatsachen. Die nachstehend genannten Strategien bieten an sich nichts Neues; sie erscheinen geradezu als Banalitäten. Sie sind auch keineswegs vollständig. Zum Teil greifen sie ineinander, teils wirken sie eher nach innen, teils nach außen. Es kommt ihnen aber nebst der Mittel­ funktion oft auch ein Eigenwert zu. Manchmal machen gerade sie die Spezialität des Kleinstaates aus. a) 
Paradox des Kleinstaates und Maßhalten Das Erkennen und die Anerkennung der eigenen Grenzen sind ein wesentliches Stück Realpolitik. Liechtenstein ist zweifellos eine «mo- täre Hilfe sind Ausdruck der Solidarität, die eines der Prinzipien darstellt, nach denen die Schweiz ihr Verhältnis zur internationalen Gemeinschaft ge­ staltet und entsprechen der weltweiten Verflechtung. Sie beruhen auf der gegenseitigen Achtung der Rechte und Interessen der Partner.» Im Bericht des Bundesrates über die Auswirkungen der neuesten weltwirtschaftlichen Ereig­ nisse auf den schweizerischen Beitrag zur internationalen Entwicklungszusam­ menarbeit vom 22. 1. 1975, BBl 1975 I 487, wird zum vorgenannten Artikel auf Seite 529 ausgeführt: «Das Wort .Solidarität' hat ja einen doppelten In­ halt. Im einen Verständnis meint es im wesentlichen die Hilfsbereitschaft gegenüber anderen, also eine einseitige Beziehung; im anderen bezeichnet es den Gemeinsinn, der eine auf Verflechtung ihrer Interessen beruhende gegen­ seitige Verantwortung der Glieder einer Gemeinschaft für einander einschließt. In dieser zweiten Bedeutung setzt sie klar die Interdependenz innerhalb der Gemeinschaft — für die Solidarität in der Außenpolitik: innerhalb der Völ­ kergemeinschaft — voraus.» Hat die Solidarität schon nach diesem zweiten Verständnis eine Zieldimension («Verantwortung der Glieder einer Gemein­ schaft für einander», «innerhalb der Völkergemeinschaft»), die allerdings an die Interdependenz zurückgebunden und nicht voll zum Ziel des Staates an sich freigesetzt ist, so werden nach dem ersten Verständnis auch die nicht interdependenten Bereiche erfaßt: Solidarität als freie Hilfe aus Gründen der Humanität und der Verantwortung für alle Menschen. 107 Hiezu gehören nebst den Anstrengungen zur Verringerung der weltweiten Disparitäten aller Art u. a. auch die Bemühungen um die Vorherrschaft des Rechtes im internationalen Bereich, zur verstärkten Verankerung des gegen­ seitigen Gewaltverzichts und zur friedlichen Regelung von Streitigkeiten. Für den europäischen Raum vgl. Bericht der Fürstlichen Regierung an den Landtag über die Teilnahme des Fürstentums Liechtenstein an der KSZE vom 28. 10. 1975, 20; allgemein: Batliner, Gerard, Ansprache anläßlich der Aufnahme der liechtensteinischen Landtagsdelegation als Beobachter bei der Parlamentari­ schen Versammlung des Europarates, in Straßburg am 22. 1. 1975, im L. Volks­ blatt vom 25. 1. 1975/L. Vaterland vom 25. 1. 1975; Kieber, Walter, Tischrede anläßlich des offiziellen Besuches in Wien, im L. Volksblatt vom 17. 1. 1976. 200
        

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