Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/19/
sen Teil, die Analyse von Tugend und Laster, fand man immer viel zugänglicher als die Philosophie der Werte. Letztere ist aber ent­ scheidend. Daß die Kausalität von Werten anders wirkt und auf einer anderen Logik aufbaut, 'als etwa eine, abstrakte Wissenschaft, dessen ist sich Aristoteles voll bewußt. Daher auch der Hinweis, daß alle Wesen tun was sie tun,' um dessentwillen was ihnen gut scheint. Im Bemühen, das Streben nach einer geordneten, ja geglückten Exi­ stenz zu verstehen, prüft Aristoteles nach der Ethik, nach dem Tun des Einzelnen, in der «Politik» das Handeln in Gemeinschaft. Außer­ halb so eines Bereiches menschlicher Werte und Zielvorstellungen zu wissenschaftlichen Aussagen kommen zu wollen, schiene ihm zweck­ los, da hier kein Prinzip, sondern nur Leidenschaften, Zufall und Willkür motivieren. Das Streben nach vollendet menschlichen, daher, wie der griechische Ausdruck lautet, glücklichen Verhältnissen, in der Reihe der Notwendigkeiten ein Letztes, in der Reihe der Ziele das Erste begründet also den Bereich der Weisheitslehre, die den Menschen betrifft. Dieses Ziel ist das Prinzip für Ethik und Politik.14 Was aber ist dais besondere die politische Gemeinschaft konstitur ierende Ziel? Welches sind deren einfachste Teile? Was deren Auf­ bau? Geben wir eine notwendigerweise geraffte Darstellung der Aus­ führungen. Diese zerfallen von der Problemstellung her und nicht etwa nach stilkritischen Gesichtspunkten gewertet in vier Teile. Je zwei Kapitel oder Bücher, wie der alte Ausdruck heißt, ergänzen sich, sind kom­ plementär. Buch eins und zwei behandeln den Menschen als notwendigerweise Gemeinschaften bildendes Wesen. Das große Thema beider Bücher ist hier die genaue Bestimmung des «Zoon politikon», des Menschen als dem staatenbildenden Wesen. Erst das Zusammenwirken von Partnern ermöglicht dem Menschen, seine persönliche Zielsetzung zu erreichen. Das erste Buch ist dem einfachsten Muster für menschliche Ergänzung, der Hausgemeinschaft oder, wie man heute sagen würde, der Familie gewidmet. Das zweite Buch ist in seinem ganzen Ansatz polemisch, d. h. es stellt in Frage, 14 Siehe zum ganzen Komplex der Philosophie des menschlichen Handelns: Vanier, J.: Le Bonheur Philippe M. D. (X P.: Initiation Thomas von Aquin: Commentarium in decem ethicorum und Commentarium in politicorum 20
        

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