Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/164/
Erwerbstätigen in diesem Bereich arbeiteten, waren es 1975 36,5 °/o.29 Handel, Banken und Treuhandwesen, Versicherungen, Verleih und Vertretungen sowie der Fremdenverkehr trugen den Hauptanteil zu dieser Ausdehnung des Dienstleistungssektors bei. Von den Einnahmen dieses Sektors hängen nicht nur ein erheblicher, teils gut verdienender Zweig der liechtensteinischen Bevölkerung, sondern auch maßgeb­ liche Einnahmen des Staates ab. Teile dieses Sektors, besonders auch aus dem Bereich der 
Handels-, Verwaltungs- und Holdingunternehmen, haben in letzter Zeit eine beachtliche Stabilität bewiesen, wenn nicht eine weitere Expansion erlebt. Dennoch ist der Bereich des «Gesell­ schaftswesens» längerfristig ein nur ungenügend abgesicherter Teil für Wirtschaft und Staat. Es wäre an der Zeit, hier die nötige «Versub- stanzialisierung» dieser Dienstleistungen und Beratungen in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht durchzuführen. Diese Dienstleistungs­ branche hat sich bisher auf dem Lohnsektor verschiedentlich als kon­ kurrenzlos erwiesen. Auch der ausgewogene Bezug zwischen persönli­ cher Leistung und Einkommen (und damit auch im präsentierten Le­ bensstandard) ging vereinzelt verloren. Dazu kommt, daß selbst die Sekretärin oft mehr verdient als ihr in anderen Branchen arbeitender Mann oder Vater. Von der Ausbildung her anspruchsvollere und ein­ kommensmäßig weniger attraktive Frauenberufe wurden zum Teil verdrängt. Erfreulicherweise scheint sich hier, sozusagen im Nach­ hang zur Wohlstandserfahrung, eine ausgeglichenere Entwicklung anzubahnen. Die 
Geld- und Kapitalversorgung war in den letzten Jahren in über­ reichem Maße sichergestellt. Dabei wird vielleicht vergessen, welche große Bedeutung ihr in Notzeiten zukommen kann. Die liech­ tensteinischen Banken haben im Verhältnis zur schweizerischen Na­ tional- und Notenbank nur die Stellung von Geschäftsbanken. Dem­ gegenüber ist aber vor allem festzuhalten, daß Liechtenstein selbst «nicht in der Lage ist, einen eigenen Geld- und Kapitalmarkt zu un­ terhalten»30; nur zusammen mit der Schweiz ist es möglich, einerseits eine genügende Geld- und Kapitalversorgung zu sichern und ander­ seits den Moloch Inflation einigermaßen in Schach zu halten. Sind die zahlreichen liechtensteinischen Abhängigkeiten sozusagen naturgegeben, sind viele Maßnahmen der Wirtschafts- und Wäh­ 29 Statistik Betriebszählungen für den 2. und 3. Sektor sowie Schätzungen für den 1. Sektor. 30 Batliner, Emil-Heinz, Das Bankwesen im Fürstentum Liechtenstein, in Fürsten­ tum Liechtenstein — eine Dokumentation der Presse- und Informationsstelle der Regierung des Fürstentums Liechtenstein 1974, 92. 170
        

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