Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/163/
Liechtenstein total Beschäftigten sind gegen Vs in den vier größten Metallbetrieben tätig.25 Diese aus einem besonders in der Metall­ branche überaus erfolgreichen Wachstum verständliche, aber gleich­ zeitig einseitige Entwicklung hat innerstaatlich enorme Abhängigkei­ ten vom Schicksal von wenigen Unternehmen erzeugt. Im 
Baugewerbe, gefördert durch die allgemeine Entwicklung und eine staatlich-kommunale Finanzeuphorie, haben die Trends der letz­ ten Jahre zu Uberkapazitäten von schätzungsweise 30%—40% ge­ führt.26 Viele der 
übrigen Mittelstands- und Kleinbetriebe des Hand­ werks und des Handels sind zufolge der überaus raschen innerliech­ tensteinischen und der natürlich allgemeinen Entwicklung in den Sog der immer größeren Betriebe geraten — auf Kosten zahlreicher selb­ ständiger Existenzen und der dezentralisierten Versorgung der Be­ völkerung mit Produkten des Handwerks und des Konsums. Wie in anderen Staaten, jedoch schneller als anderswo, erfolgten viele Betriebsschließungen im Sektor 
Landwirtschaft. Im Jahre 1941 waren in Liechtenstein 32,2% aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt (Schweiz 19%), im Jahre 1974 waren es noch 3,2 %27 (letzte Zählung in der Schweiz 1970: 6,8%). Es wäre aber verfehlt, wegen des politischen Gewichtes zahlenmäßig viel stärkerer Gruppen die Probleme der Bauern und damit letztlich auch die Sicherstellung der Ernährung zu vernachlässigen. Die Produktionsbereitschaft der Landwirtschaft für Notzeiten ist anscheinend seit dem Zweiten Welt­ krieg trotz des Rückganges der landwirtschaftlichen Nutzfläche von (1955) rund 4 300 ha auf (1975) rund 3 600 ha mindestens dieselbe geblieben; der heutige Gesamtselbstversorgungsgrad in bezug auf Nahrungskalorien liegt, wie in der Schweiz, etwa bei 50 % (mit geschätzter Steigerungsmöglichkeit in Notzeiten bis zu 70—75 %).28 Im 
tertiären Sektor kann unser Land auf eine bemerkenswerte Ent­ wicklung verweisen. Während 1955 rund 20% und 1965 21% aller 25 Vgl. auch Gyger (siehe Anm. 3), 113 f. 26 Geschätzte Bausumme für erteilte Baubewilligungen 1962: Fr. 38,2 Mio 1973: Fr. 181,2 Mio 1975: Fr. 64,8 Mio Der Abbau ausländischer Saisonarbeitskräfte im Baugewerbe von Ende August 1973 bis Ende August 1975 betrug 52%. Vgl. Biedermann, Gerhard, Vortrag vor der Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft vom 29. 3. 1976 im L. Vaterland vom 31. 3., 1. 4. und 3. 4. 1976. 27 Statistik Wohnbevölkerung-Altersaufbau vom 1. 12. 1974. 28 Laut Angaben der Landwirtschaftlichen Beratungsstelle. Landwirtschaftliche Nutzfläche 1975 pro Kopf der Bevölkerung: rund 16 a; Schweiz ebenfalls 16 a pro Kopf. 169
        

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