Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/119/
Maß.14 Es wurde in jedem Kriegsjahr eine große Geldsammlung zu­ gunsten des Roten Kreuzes durchgeführt. Im Jahre 1940 wurde das Sammelergebnis zwischen dem Schweizerischen und dem Deutschen Roten Kreuz aufgeteilt, in den darauffolgenden Jahren wurden die Beträge dem Internationalen Roten Kreuz in Genf für die Kinder­ hilfe zur Verfügung gestellt. Die liechtensteinische Bevölkerung be­ wies bei den Sammlungen in all diesen Jahren eine große Hilfsbereit­ schaft. Für das Jahr 1944 vermerkt der Rechenschaftsbericht der Regierung in bezug auf die Sammlungen für das Internationale Rote Kreuz: «Gemessen an den Ergebnissen der schweizerischen Kantone steht Liechtenstein mit seinem Ergebnis an dritter Stelle.15" Tätige Verbände, wie der Landesverband der Frauen und Töchter oder die Pfadfinderinnen und Pfadfinder waren mit der Durchführung der Sammlungen betraut. Als gegen Ende des Krieges Flüchtlinge in größerer Anzahl an die liechtensteinische Grenze gelangten, waren es die genannten Organi­ sationen, die die Betreuung übernahmen. Schon bevor der große Flüchtlingsstrom im Jahre 1945 begann, hatte der Landesverband der Frauen und Töchter einige Mitglieder speziell für die fachmän­ nische Betreuung von Flüchtlingen ausbilden lassen. Die Flüchtlings­ hilfe war eine Form der humanitären Hilfe, die für Liechtenstein neu war. Sie verlangte zwar auch, wie die Aktionen bis anhin, Hilfe in Form von Geld- und Sachspenden, daneben ging es aber vor allem um die persönliche Betreuung der Flüchtlinge. Auch wenn Flüchtlinge, die vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Liechtenstein kamen, hier zuerst betreut wurden, so wurden sie doch zumeist bald nach ihrem Eintreffen in die Schweiz gebracht, da der längere Aufenthalt einer größeren Anzahl von Flüchtlingen die Kapazitäten des Landes, sowohl in finanzieller als auch in personeller Hinsicht überfordert hätte. Im Lande verblieben jedoch die beträchtliche Anzahl von Auslandsliechtensteinern, die vor dem Kriegsgeschehen in Deutschland, Österreich und einzelnen osteuropäischen Ländern geflohen waren. Außerdem verblieben die internierten Russen (siehe weiter unten), die im Jahre 1945 nach Liechtenstein kamen, für längere Zeit im Lande. Es sei hier angeführt, daß es aufgrund der fremdenpolizeilichen Ubereinkommen mit der Schweiz keine eigene liechtensteinische Asyl­ 14 Auch im 2. Weltkrieg dürfte das schweizerische Beispiel das auslösende Moment für verschiedene liechtensteinische Aktionen gewesen sein. 15 Siehe Rechenschaftsbericht der Regierung 1944, Seite 44. 125
        

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