Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1976
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000078/117/
II. Die Entwicklung der humanitärer Hilfe in Liechtenstein 1. bis 1945 Spricht man heute über die Anfänge von Auslandshilfsaktionen, in unserem Land, so wird meist die Flüchtlingshilfe im Jahr 1945 und die damals erfolgte Gründung des Liechtensteinischen Roten Kreuzes erwähnt. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, daß Liechten­ stein schon lange vor 1945 seine Solidarität mit notleidenden Men­ schen in verschiedenen Teilen Europas unter Beweis gestellt hat. In früheren Zeiten war diese Hilfe zwar meist individuelle, nicht orga­ nisierte Hilfe an Notleidende in den Nachbarregionen (z. B. bei Feuersbrünsten) oder an Verwandte und Bekannte im Ausland, die, sei es durch Krieg oder aus anderen Gründen, in Not geraten waren. Aber auch größere Hilfsaktionen wurden schon durchgeführt. Als Beispiel sei hier eine Hilfsaktion im Jahre 1862 angeführt: Es handelte sich um eine Aktion zugunsten der Deutschen in Schleswig- Holstein, die sich gegen die dänische Herrschaft aufgelehnt hatten. Es wurde ein «Hilfskomitee für Schleswig-Holstein» in Vaduz ge­ gründet, das Spenden sammelte für Deutsche, die durch politische Verfolgung in Not geraten waren.7 Die Initianten hatten die Aktion aus politischen Motiven gestartet, um die Solidarität der liechten­ steinischen Bevölkerung mit den gegen Dänemark in Aufruhr ste­ henden Deutschen zum Ausdruck zu bringen. Obwohl solche Motive hinter dieser Hilfe standen, wird man der Aktion ihren humanitären Charakter nicht absprechen können, da die Hilfe nicht dem politi­ schen Kampf zugute kommen sollte, sondern den in Not Geratenen. Eine richtige Welle von Hilfsaktionen wurde in unserem Lande zum ersten Mal durch den Ersten Weltkrieg ausgelöst.8 Viele Aufrufe zur Hilfe wurden in den Landeszeitungen veröffentlicht; häufig war das Ziel dieser Appelle die Hilfe an kriegsgeschädigte Kinder. Da in unserem Land jedoch wenig Leute in der Lage waren solche Aufrufe mit Geldspenden zu beantworten, wurden vor allem Ferienaktionen 7 Siehe dazu «Liechtensteinische Landeszeitung» (Ausg. v. 12. und 19. Dezember 1863). 8 Hier dürfte vor allem das Beispiel der Schweiz die vielen Aktionen ausgelöst haben. 123
        

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