Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/98/
23.4 Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der heutigen Regelung der Beziehungen Liechtensteins zur Europäischen Gemeinschaft Durch den Abschluß der Zusatzabkommen wollte Liechtenstein sicherstellen, daß die von der Schweiz abgeschlossenen Freihandels­ abkommen auch für das Fürstentum Geltung haben. Für die Export­ industrie sollte der freie Zugang zu einem Markt von 300 Millionen Verbrauchern erreicht werden. Rund 68,5% der. liechtensteinisch­ schweizerischen Importe kommen aus dem erweiterten Gemeinsamen Markt. Dieser nimmt annähernd 46% der Exporte aus dem liechten­ steinisch-schweizerischen Wirtschaftsraum auf. Zählt man zu diesen Zahlen die Handelsbeziehungen mit dem Rest-EFTA-Raum hinzu, so liefert der durch die Freihandelsabkommen vereinte Wirtschafts­ raum 78 % der Importe und absorbiert auf der Basis der Export­ ziffern von 1973 81,3% der liechtensteinischen Exporte.244 Die Frei­ handelsabkommen können zu Recht als Eckpfeiler für die langfristige Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft Liechtensteins bezeichnet wer­ den, dessen Außenhandel im Verhältnis zum Sozialprodukt rund 80% ausmacht. Die Wiedererrichtung von Handelsschranken zwi­ schen Liechtenstein und den der EG beitretenden EFTA-Staaten — Großbritannien und Dänemark — sowie ein allfälliger Zollabbau zwischen der Rest-EFTA ohne Liechtenstein und der EWG würde für die im liechtensteinisch-schweizerischen Zollgebiet domizilierte Industrie Auswirkungen zeitigen, die diese nur schwer bewältigen könnten. Durch den Abschluß der Abkommen werden, nach Rechnung des schweizerischen Bundesrates, für 35 % der Gesamtexporte und für 60% der Importe des liechtensteinisch-schweizerischen Wirtschafts­ gebietes die Handelszölle abgebaut. Durch den Wegfall der Zollbe­ lastung von durchschnittlich 8,6 %245 gelang es nicht nur, für die aus dem Fürstentum in den EG-Raum exportierten Produkte gleiche Zu­ trittsbedingungen zum EWG- und EGKS-Markt zu erreichen, wie sie den Produzenten dieser Länder selber zukommen, sondern gegen­ über den nicht der großen Freihandelszone angehörenden Industrie­ staaten auf diesem Markt einen Wettbewerbsvorsprung zu realisieren. Dadurch können wichtige Absatzmärkte gesichert und die Ertrags­ lage der Industrie verbessert werden. Die Verschärfung der Kon­ 244 Jahresbericht 1973 LIK, S. 34. 245 Vgl. Brugger E., Die Schweiz und die europäische Integration, Vortrag, wie­ dergegeben in: Documenta 71/1972, S. 23. 98
        

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