Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/70/
Bereits Mitte 1961 überreichten zwei EFTA-Staaten — Großbritan­ nien und Dänemark — den Europäischen Gemeinschaften ihre ersten Aufnahmegesuche, Norwegen folgte diesen Beispielen im Mai 1962, und die neutralen EFTA-Mitglieder — Österreich, Schweden und die Schweiz — ersuchten Ende 1961 die EG um Aufnahme von Ver­ handlungen über die Assoziierung ihrer Länder. In einer Erklärung vor dem EWG-Ministerrat legte Bundesrat Wahlen die schweizeri­ schen Wünsche dar. Nach vorgängiger Konsultation der liechtenstei­ nischen Regierung betonte der schweizerische Magistrat in Punkt 18 seiner Ausführung, daß die geeignetste Lösung für die Berücksichti­ gung der besonderen Beziehungen zwischen der Schweiz und Liech­ tenstein im Beitritt des Fürstentums zu einem allfälligen Assozia­ tionsvertrag zwischen der Schweiz und der EWG liegen dürfte.185 Einmal mehr war es Frankreich, das den Verhandlungen ein früh­ zeitiges Ende bereitete.186 Liechtenstein und die Schweiz verhielten sich in den nächsten Jahren gegenüber der Europäischen Gemein­ schaft zurückhaltend und konzentrierten ihre Bemühungen auf die Kennedy-Runde und den weiteren Ausbau der EFTA. Als 1967 einige EFTA-Staaten neue Gesuche an die EG stellten, wies die Eid­ genossenschaft lediglich darauf hin, daß ihr Verhandlungsgesuch von 1961 noch pendent sei, unternahm jedoch keine zusätzlichen An­ strengungen. Das Ergebnis rechtfertigte diese Haltung, war doch auch dem zweiten Anlauf zur Uberwindung der Teilung Westeuro­ pas kein Erfolg beschieden. Erst nach der Haager-Gipfelkonferenz von 1969 kam neue Bewegung ins Integrationsgeschehen. Mit neuem Elan bemühten sich die westeuropäischen Staaten um die Überwin­ dung der handelspolitischen Spaltung. Bereits im Frühjahr 1970 nahm die liechtensteinische Regierung Kontakt mit den zuständigen schwei­ zerischen Stellen auf, um die Stellung des Fürstentums im Rahmen einer allfälligen Vereinbarung zwischen der Eidgenossenschaft und der EG zu klären. An den am 16. Dezember 1970 beginnenden Vor­ gesprächen, wie auch bei den nachfolgenden Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EG war Liechtenstein durch eigene Vertreter innerhalb der schweizerischen Delegation beteiligt. Ziel der Bemühungen der fürstlichen Regierung war der Beitritt Liechtensteins zu einem allfälligen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG durch ein separates Vertragsinstrument, mit welchem das Fürstentum in sämtliche Rechte und Pflichten aus dem Abkom- 12« Vgl. Bericht des Schweizerischen Bundesrates an die Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahre 1962 vom 9. April 1962, S. 85. 126 Erklärung des Präsidenten der französischen Republik, Charles de Gaulle, vom 14. Januar 1963; vgl. EA, 18. Jg. (1963), S. Z 23. 70
        

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