Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/66/
Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung bereits größer als 30%. Mehr als 7s aller Erwerbstätigen sind Ausländer.108 Mit eine Ursache für den raschen wirtschaftlichen Aufschwung in Liechtenstein waren die engen Beziehungen des Fürstentums zur Schweiz, die Liechtenstein ihren leistungsfähigen Verwaltungs- und Bankenapparat zur Verfügung stellte und ihm den Zugang zu den ausländischen Märkten erleichterte, sowie die Tatsache, daß wich­ tige, gewinnträchtige Kompetenzen — Briefmarken- und Fiskal­ hoheit — vom Fürstentum behalten werden konnten. Politisch gesehen brachten die engen Beziehungen zur Eidgenossen­ schaft jedoch auch Nachteile. Im Windschatten schweizerischer Außenwirtschaftspolitik war Liechtenstein nicht im selben Maße wie andere Staaten gezwungen, sich auf der internationalen Bühne zu profilieren. Die wirtschaftliche Existenz scheint weitgehend gesichert zu sein, womit ein wesentliches außenpolitisches Handlungsmotiv nicht die gleiche Wirkung entfaltet wie zum Beispiel in der Schweiz. Darin könnte man einen Nachteil und gleichzeitig eine Gefahr für das Fürstentum erblicken. Bemüht sich ein Kleinstaat wie Liechten­ stein nicht ständig, sich Gehör zu verschaffen, seine Werte und Inter­ essen zu artikulieren, so besteht die Möglichkeit, daß sich seine Bür­ ger von ihm abwenden. Nur wenn auch Einwohner kleiner Staaten in einem angemessenen Maße auf ihr eigenes Schicksal einwirken können, werden sie auch langfristig bereit sein, zu ihrem Staat zu stehen, nur dann kann der Kleinstaat als Ordnungseinheit der Person und als Friedensordnung bezeichnet werden.109 22.4 Die Einstellung der Wählerschaft zum Verhältnis des Fürstentums Liechtenstein zur Schweiz Wie beurteilt die liechtensteinische Wählerschaft das enge Verhältnis zur Schweiz. Eine Umfrage ergab, daß rund 70°/o die Ausrichtung nach der Eidgenossenschaft begrüßen. Immerhin 18 % empfinden diesen Zustand als unbefriedigend, räumen jedoch ein, daß sich daran wohl nichts ändern läßt.110 Eine Umorientierung in Richtung öster­ 108 Nach dem Statistischen Tabellenwerk 1973 ergab sich für das Jahr 1972 folgende Verteilung der 4070 ausländischen Arbeitskräfte (ohne Grenzgänger) auf die verschiedenen Erwerbszweige: Landwirtschaft 1,3% Industrie 45,6 % Baugewerbe 6,2 %> Handel, Banken, Versicherungen 12,1 %> Vermittlung, Interessenvertretung 6,4 %> Gastgewerbe 9,9 °/o Andere Erwerbszweige 18,5 % 109 Vgl. Batliner, Strukturelemente (Anm. 7), S. 16 ff. no Gyger, Kranz und Niedermann (Anm. 9), S. 186. 66
        

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