Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/62/
Auftrages aus. Diesbezüglich behält das Fürstentum die volle Ent­ scheidungsgewalt. 222.4 
Rechtsnatur Klassenlogische Einordnung Die liechtensteinisch-schweizerischen Beziehungen haben 
völkerrecht­ lichen Charakter. Keiner der beiden Staaten verzichtet auf seine Kom- petenz-Kompetenz.94 
a Die Rechtsverbindung zwischen Liechtenstein und der Schweiz ist, abgesehen von einem nicht als Staatenverbindungsorgan zu betrach­ tenden Schiedsgericht, 
nicht organisiert. Die Verbindung mit der Schweiz besitzt für das Fürstentum insofern politische Natur, als vitale liechtensteinische Interessen tangiert wer­ den. Das insbesonders durch den Zollvertrag mit der Schweiz geschaffene Rechtsverhältnis hat 
nicht paritätischen Charakter. Weder rechtlich noch faktisch-politisch kann von Gleichberechtigung der Vertrags­ parteien gesprochen werden, vielmehr bildet die partielle Ungleich­ heit der beiden Parteien ein Charakteristikum der liechtensteinischen Beziehungen zur Schweiz. Typologische Einordnung Die typologischen Einordnungen der liechtensteinisch-schweizerischen Beziehungen ins herkömmliche System der Staatenverbindungen fällt nicht leicht. Das gegenseitige Verhältnis beruht, wie bereits erwähnt, zumindest auf der partiellen Ungleichheit der verbundenen Glieder. Doch handelt es sich weder um ein Protektorat, noch um ein Quasi­ Protektorat, noch um eine Protektion. Von einem 
Protektorat spricht Verdross «wenn ein Staat unter den Schutz eines anderen oder einer Mehrheit von Staaten in der Weise gestellt ist, daß seine außenpolitische Handlungsfähigkeit gegenüber dritten Staaten aufgehoben oder beschränkt wird».85 In der Regel erstreckt sich das Schutzverhältnis auf den militärischen, wirtschaft­ lichen und politischen Bereich. Ein wesentliches Element bildet die Vertretung des Schwächern durch den Protektor gegenüber andern Staaten. Diese Voraussetzungen entsprechen nicht dem liechtensteinisch­ schweizerischen Verhältnis. Das Vertretungsmandat der Eidgenossen­ 94 a Kohn W. S. G., The Sovereignty of Liechtenstein, in: The American Journal of International Law, Vol. 61, Nr. 2, April 1967, S. 547 f. EWG bzw. den EGKS-Staaten. 95 Verdross (Anm. 60), S. 357. 62
        

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