Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/48/
und ihre bloße Existenz das Schicksal Liechtensteins und der Schweiz. Die wenig entwickelte europäische Moral und Identität bewirken jedoch, daß auf der Integrationsstufe des Gemeinsamen Marktes die Gemeinschaft noch etwelche Mühe bekundet, ihr Machtpotential wirksam zur Geltung zu bringen; doch dürfte sich dies mit fortschrei­ tender Integration ändern. Allerdings gilt es festzuhalten, daß heute die Macht der EG geringer ist als die Summe der Machtfaktoren der Mitgliedstaaten. Aus den bisherigen Ausführungen läßt sich für Liechtenstein eine wichtige Folgerung ziehen. Das Fürstentum verfügt nicht über ein Machtpotential, das ohne zusätzliche Bemühungen die Beachtung seiner Werte und Interessen gewährleistet. Was größere Staaten auf­ grund ihres politischen Gewichts leichter erreichen, nämlich daß sie respektiert und ernst genommen werden, muß sich Liechtenstein durch minutiöse Kleinarbeit erkämpfen. Wo größere Staaten sich auf ihre Macht und auf ihr politisches Gewicht verlassen können, bleibt dem Fürstentum nur mehr die politische Souplesse, das volle Aus­ nützen und Ausschöpfen seines kleinen Spielraumes. «In other words, the smaller the human and material resources of a State, the greater are the difficulties it must surmount if it is to maintain any valid political options.. .»22 2.2 Verhältnis Liechtensteins zur Schweiz 22.1 Der Weg zur Schweiz Am 23. Januar 1719 erhob Kaiser Karl VI. die reichsunmittelbaren Grafschaften Schellenberg und Vaduz zum Reichsfürstentum Liech­ tenstein.23 Der neu errichtete Staat wurde zum 343. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.24 Aus Hochachtung für den 28 Vital (Anm. 5), S. 3. 23 Vertieften Zugang zur liechtensteinischen Geschichte vermitteln u. a. folgende Werke: Geiger P., Geschichte des Fürstentums Liechtenstein 1848—1866, Diss. Zürich 1971; Liechtenstein E. von und zu, Liechtensteins Weg von Österreich zur Schweiz — Eine Rückschau von Eduard Prinz von und zu Liechtenstein, ehem. fürstlich liechtensteinischer Gesandter in Wien, auf seine Arbeit in der Nachkriegszeit 1918—1921, Vaduz 1946; Malin G., Die politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein in den Jahren 1800—1815, Diss. Fribourg 1952; Quaderer R., Politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1815 bis 1848, Diss. Fribourg 1970; Raton P., Liechtenstein, Staat und Geschichte, 2. deutsche Aufl.; Vaduz 1969; besonders beachtenswert sind die Jahrbücher des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein; Ospelt A., Wirt­ schaftsgeschichte des Fürstentums Liechtenstein im 19. Jahrhundert, Diss. Fri­ bourg 1974. 24 Raton (Anm. 23), S. 23. 48
        

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