gung wird zwar insofern Genüge getan, als der Zollvertrag, wie auch die übrigen liechtensteinisch-schweizerischen Verträge, soweit sie nicht direkt mit dem Zoüvertrag verbunden sind, Kündigungsklau­ seln enthalten. Doch steht Liechtenstein, dem in Art. 6 ZV die gleiche Rechtsstellung wie den schweizerischen Kantonen eingeräumt wird, kein den schweizerischen Kantonen nachgebildetes Mitspracherecht zu.14 Tatsächlich ist die Verbindung Liechtensteins zur Eidgenossenschaft durch die politische und wirtschaftliche Hegemonie der Schweiz ge­ kennzeichnet, die während der Vertragsdauer auch teilweise die Ge­ bietshoheit im Fürstentum ausübt. Im weitaus größeren Teil der Beziehungen Liechtensteins zur EG verfügt das Fürstentum aufgrund des ZV mit der Schweiz über kein effektives Mitspracherecht. Der schweizerische Bundesrat hält es zwar für angebracht, das Fürstentum immer dann 
einzuladen, einen Beob­ achter in die schweizerische Delegation zu entsenden, wenn im Ge­ mischten Ausschuß Fragen zur Sprache kommen, die für Liechtenstein von besonderem Interesse sind, auch wenn es sich um reine Zoll- und Handelsfragen handelt.15 Doch kann man diesbezüglich weder von einem Mitbestimmungs- noch Mitspracherecht sprechen, höchstens von einem Mithörrecht. Stehen im Gemischten Ausschuß Gegenstände zur Diskussion, die vom Vertretungsrecht der Schweiz nicht erfaßt werden, so kann das Fürstentum Liechtenstein seine Interessen durch einen eigenen Ver­ treter im Rahmen der schweizerischen Delegation im Gemischten Ausschuß wahrnehmen.16 In Angelegenheiten, die über den Zollver­ trag hinausgehen, besitzt das Fürstentum somit ein eigentliches Mit­ spracherecht. Doch darf diese Stellung nicht überbewertet werden. Ausdrücklich wird in den beiden Zusatzabkommen betont, daß der bilaterale Charakter der Abkommen zwischen der Gemeinschaft und der Schweiz dadurch nicht geändert werden soll. Dies, erfordert eine vorherige gegenseitige Absprache, um zu gewährleisten, daß von den liechtensteinischen und schweizerischen Vertretern im Gemischten Ausschuß keine unterschiedlichen Standpunkte eingenommen wer­ 14 Es hat sich in der Schweiz eingebürgert, daß Kantone und andere interessierte Organisationen bei der Ausarbeitung neuer Verfassungsbestimmungen und Ge­ setze angehört werden. Nicht einmal in bezug auf die aufgrund des Zollver­ trages in Liechtenstein direkt anwendbare Bundesgesetzgebung ist das Fürsten­ tum den Kantonen gleichgestellt; fungiert doch nicht etwa das schweizerische Bundesgericht als erste Appellationsinstanz nach Ausschöpfung des liechten­ steinischen Rechtsweges, sondern das Kantonsgericht des Kantons St. Gallen; vgl. Art. 27 Abs. 2 ZV. " BB1. II 1972, S. 713. 18 Art. 2 ZA-EWG und ZA-EGKS. 210
        

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