zu. Voraussetzung ist jedoch ein relativ hoher Befriedigungsstand von allen entscheidenden Zielgrößen. Die Attraktivität bestimmter Ziele ist stets relativ auf den Erfüllungsstand der übrigen zu verstehen. Alternative Zielordnungen, wie sie nachfolgend entwickelt werden sollen, können nur situationsrelativ praktiziert werden. Zur Lösung des vorliegenden Problems könnte man nun so viele Prioritätsebenen einführen, bis aus der Vielzahl der denkbaren Ver­ haltensmöglichkeiten eine als die beste resultieren würde. Doch dieser theoretisch wohl beste Weg ist wegen der großen Zahl möglicher Kombinationen der aus den liechtensteinischen Strukturelementen ableitbaren Ziele nicht begehbar. In dieser Arbeit wird deshalb ein stark vereinfachtes Verfahren gewählt. Betrachtet man die verschie­ denen Zielelemente, so liegt der Eindruck nahe, daß zwei Aspekte dominieren: Der Aspekt der Wohlstandsförderung und -erhaltung und der Aspekt der liechtensteinischen Mitbestimmung bei der Lösung jener Probleme, die auch das Schicksal des Fürstentums wesentlich beeinflussen. Die erste Zielordnung könnte als Wohlstandszielord­ nung und die zweite als Mitbestimmungszielordnung bezeichnet wer­ den. Die Wohlstandszielordnung Galbraith3 betont: «Eine Gesellschaft hat eine Aufgabe, die größer ist als die Beschäftigung mit ihren Zielen, als die Reflexion auf das Streben nach Glück und Harmonie und Erfolg bei der Beseitigung von Schmerzen, Spannung, Sorge und des Fluchs der Ignoranz. Sie muß, soweit das möglich ist, ihr eigenes Uberleben sichern.» Und das Überleben einer Gesellschaft beruht nach Galbraith auf dem gleichen Faktor, der nach seiner Uberzeugung ihr Uberleben lebens­ wert macht: dem Sozialprodukt und seinem richtigen Gebrauch durch die Regierung. In Anlehnung an diese Haltung könnte man auch in Liechtenstein den Wohlstandsaspekt in den Vordergrund rücken. Die Argumentation würde etwa lauten, daß das Fürstentum von Natur aus ein armes Land sei. Sein Wohlstand beruhe haupt­ sächlich auf der optimalen Ausnutzung komperativer Kostenvorteile. Die Basis des liechtensteinischen Wohlstands sei also ausgesprochen schmal, weshalb bei der Gestaltung der Außenpolitik und im beson­ deren der Beziehungen zur Europäischen Gemeinschaft 
in erster Linie darauf geachtet werden sollte, den erreichten Wohlstand zu sichern und, wenn immer möglich, weiter auszubauen. 3 Vgl. Galbraith J. K., The Affluent Society, London 1958, S. 280 f. 204
        

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