Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/17/
Liechtensteins im Vergleich zur Schweizerischen Eidgenossenschaft und zur Europäischen Gemeinschaft dargestellt wird; es folgt eine Analyse der Beziehungen Liechtensteins zur Schweiz, der schweize­ rischen Beziehungen zur Europäischen Gemeinschaft und der Stel­ lung Liechtensteins im Verhältnis der Eidgenossenschaft zur EG nach einem von Alois Riklin16 entwickelten Schema zur Untersu­ chung von Staatenverbindungen. Im dritten und vierten Kapitel werden die verschiedenen Probleme untersucht, die sich für Liechtenstein im Zusammenhang mit der europäischen Integration ergeben. Dies ist deshalb notwendig, weil der Bericht der Fürstlichen Regierung über die beiden Zusatzabkom­ men nur rudimentär auf die spezifisch liechtensteinischen Probleme eingeht und sich auch dem Wortlaut nach sehr stark an der Botschaft des Schweizerischen Bundesrates vom 16. August 1972 über die Ab­ kommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Europäischen Gemeinschaften orientiert.17 Das Handeln eines Staates läßt sich von den Zielen her zur Haupt­ sache in zwei interdependente Kategorien einteilen: in wirtschafts­ politische und staatspolitische Aktivitäten. Die wirtschaftspolitischen Aktivitäten beziehen sich auf die materielle Existenzsicherung eines Staates, das heißt auf die Sicherstellung und anhaltende Gewährlei­ stung der Versorgung der Bevölkerung mit jenen Gütern und Dien­ sten, die sie zum Leben braucht. Die staatspolitischen Aktivitäten beinhalten die Regelung der Beziehungen zwischen den Bürgern, zwi­ schen den Bürgern und dem Staat sowie zwischen den Staaten. Es dürfte also nahe liegen, im Verhältnis Liechtensteins zur Euro­ päischen Gemeinschaft zwischen wirtschaftspolitischen und staats­ politischen Problemen zu unterscheiden. Dabei ist eine gewisse Selek­ tion unumgänglich. Im wirtschaftlichen Bereich werden Wachstum, Wohlstand, Preisstabilität und die Überfremdung in den Vordergrund gehoben, im politischen Bereich Unabhängigkeit, Demokratie sowie die Grundrechte. Um allfälligen Mißverständnissen vorzubeugen, sei an dieser Stelle besonders auf die Unterschiede zwischen dem in dieser Arbeit ge­ wählten Ansatz und der bisherigen EG-Literatur hingewiesen. Im allgemeinen stehen sektorale Probleme im Vordergrund der ver­ schiedenen Studien über die Europäische Gemeinschaft. Diese sind für eine Globalanalyse, wie sie in dieser Arbeit vorgenommen wird, 16 Riklin A., Die Europäische Gemeinschaft im System der Staatenverbindungen, Bern 1972, S. 22 ff. » Vgl. BB1. II 1972, S. 653 ff. 17
        

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