Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1975
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000076/16/
Welche Auswirkungen hat die europäische Integration auf Liechten­ stein, welche Verhaltensmöglichkeiten stehen zur Verfügung, um diese Einflüsse auszugleichen, mitzuentscheiden, politisch zu über­ leben? Das Ziel-Mittel-Verfahren14, das bei der Untersuchung dieser Fragen zur Anwendung gelangt, setzt sich aus folgenden Elementen zusammen: 1. Der Ermittlung der Zielsetzung und der Umweltsbedingungen. 2. Der Darstellung des Ist-Zustandes. 3. Der Analyse der Probleme unter Berücksichtigung alternativer Verhaltensmöglichkeiten. 4. Der Erarbeitung von Schlußfolgerungen. Im Sinne einer ersten Vorfrage soll das Problem aufgeworfen wer­ den, welche Ziele Liechtenstein seiner Europapolitik zugrunde legen könnte. Ausgehend von Batliners Strukturelementen15 wird der Ver­ such unternommen, diese grundlegenden Normen des liechtensteini­ schen politischen Handelns in konkrete Handlungsprämissen und davon ableitbare Probleme umzusetzen. Die zweite Vorfrage betrifft die Europäische Gemeinschaft. Was stellt die EG in der ersten Hälfte der siebziger Jahre dar und wie könnte ihre Entwicklung weitergehen? Im Sinne einer nicht beweis­ baren Arbeitshypothese wird dabei von der Annahme ausgegangen, daß zumindest zwischen den sechs EG-Gründerstaaten der «point of no return» überschritten wurde. Krisen, ja auch vorübergehende Rückschritte, werden deswegen nicht ausgeschlossen, sondern sind, angesichts der Größe der zu bewältigenden Aufgaben in Europa, durchaus wahrscheinlich. Doch dürfte es für das Fürstentum Liech­ tenstein angebracht sein, damit zu rechnen, daß die größeren und ökonomisch wichtigeren westeuropäischen Staaten sich immer mehr verbinden, in der Absicht, die Einigung Europas voranzutreiben. Von dieser Entwicklung werden in politischer, ökonomischer, sozia­ ler und kultureller Hinsicht langfristig Impulse ausgehen, denen sich das Fürstentum und seine Bewohner nicht entziehen können. Dieser Prozeß wird jedoch kaum von heute auf morgen seinen Abschluß finden, weshalb primär vom Ist-Zustand der EG ausgegangen und nur sekundär ihre Weiterentwicklung berücksichtigt werden soll. Ein erstes Schwergewicht dieser Arbeit bildet die Analyse des Drei­ eckverhältnisses Liechtenstein — Schweiz — Europäische Gemein­ schaft. Dabei wird so vorgegangen, daß zunächst die Ausgangslage 14 Vgl. zum hier angewandten Verfahren besonders Bohret C. und Nagel A., Politisches Entscheidungshilfsmittel Systemanalyse, in: PVS, 10. Jg. (1969), S. 576 ff. 15 Vgl. Anm. 7. 16
        

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