stein ähnlich betrifft wie die Mitgliedstaaten der EG. Ob damit eine Unabhängigkeitseinbuße verbunden ist, hängt von der Parti­ zipation Liechtensteins am Zusammenlegen der Kompetenzen ab, das heißt vom Grad der liechtensteinischen Beteiligung an der gemein­ schaftlichen Willensbildung und Entscheidungsfindung. Verbindungs­ formen ohne Mitgestaltung schließen Liechtenstein gänzlich vom Entscheidungsprozeß aus. Die Unabhängigkeitseinbuße ist dann größer als im Falle der Trennung, da durch den Abbau von Han­ delsschranken die Intensität der Beziehungen Liechtensteins mit der EG zunimmt. Je weiter die Verbindung des Fürstentums zur EG ohne Mitbestimmungsmöglichkeiten Liechtensteins vorangetrieben wird, desto größer ist sein Unabhängigkeitsverlust. Einen gewissen Ausgleich ließe sich durch ein gemeinsames Auftreten Liechtensteins mit andern Staaten erzielen. Ein größerer Staatenverband könnte eher ein Gegengewicht zur EG bilden, doch stellt dies nur die zweit­ beste Lösung dar. Die Mitgestaltung bildet das eigentliche Pendant zum Abbau von Handelsschranken wie die gleichberechtigte Teil­ nahme am EG Willensbildungs- und Entscheidungsprozeß das Pendant zur Übernahme aller EG-Pflichten darstellt. Verbindungsformen ohne gestaltende Mitbestimmung führen mit zunehmender Intensität der Beziehungen zur materiellen Subordination, was besonders für den Fall des fortschreitenden Zusammenlegens von Hoheitsrechten in einer generellen europäischen Wirtschaftsunion oder in einer Euro­ päischen Union zutrifft. Wichtiger als Kündigungsmöglichkeiten, die für Liechtenstein keine echte Alternative bilden, sind Mitwirkungs­ möglichkeiten, die das Fürstentum entweder allein oder im Verband mit einem oder mehreren andern Staaten ausüben kann. Im Falle eines Beitrittes Liechtensteins zur Europäischen Gemein­ schaft sind Einfluß und Abhängigkeit des Fürstentums ausgeglichen. Das bedeutet, daß die Unabhängigkeit Liechtensteins intakt bleibt. Diese Feststellung trifft jedoch nicht für alle Beitrittsvarianten zu. Gewährt die EG Liechtenstein nur einen Beitritt auf rechtloser Basis, so erreicht die liechtensteinische Abhängigkeit ein Maximum, wäh­ renddem der Einfluß des Fürstentums verschwindend klein ist. Je mehr aber die Einwirkungsmöglichkeiten Liechtensteins auf den ge­ meinschaftlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozeß zuneh­ men, desto geringer wird seine Unabhängigkeitseinbuße. Am kleinsten wäre sie demnach im Falle eines Vollbeitritts, das heißt eines Beitritts Liechtensteins zur EG auf gleichberechtigter Basis. Vergleicht man Liechtenstein mit der Europäischen Gemeinschaft und Luxemburg, dem kleinsten EG-Mitgliedstaat, so stellt sich unweiger­ lich die Frage, ob das Fürstentum ernsthaft einen Beitritt zur 
Euro­ 157
        

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