fremdungsoptimums».80 Aus der liechtensteinischen Ausländerstati­ stik geht hervor, daß am 31. August 1973 9009 Ausländer81 (ohne Grenzgänger) in Liechtenstein gemeldet waren. Dies entspricht etwa 34% der Wohnbevölkerung von rund 23 000. Von 1963 bis 1973 stieg die Gesamtausländerzahl um 3 736. Die Wohnbevölkerung nahm in derselben Periode etwa um 4 575 zu; das heißt die Steigerung der Gesamtausländerzahl betrug mehr als 80% der Zunahme der liech­ tensteinischen Wohnbevölkerung. Auf der Basis 1963 gleich 100 be­ trug die Gesamtausländerzahl 1973 170,8 Punkte und die Wohnbe­ völkerung 1973 124,8 Punkte. Diese Entwicklung führte zu einer massiven Abhängigkeit der indu­ striellen Betriebe Liechtensteins von ausländischen Arbeitskräften. (Vgl. Tabelle 307.) Ein Vergleich mit der Schweiz verdeutlicht das Ausmaß der «Anfremdung» in Liechtenstein. Tabelle 307: Abhängigkeit der industriellen Betriebe1 im Fürstentum Liechtenstein von ausländischen Arbeitskräften (inkl. Grenzgänger, ohne Saison­ arbeiter) Stand September 1973. Wirtschaftsgruppen Total beschäf- davon davon tigte Personen Liechtensteiner Ausländer Absolut in °/o Absolut in °/o Absolut in °/o Herstellung von Nahrungsmitteln 
535 100 155 29,0 
380 71,0 Textilindustrie 238 100 73 30,7 165 69,3 Bearbeitung von Holz 369 100 113 30,6 256 
69,4 Bearbeitung von Steinen und Erde 
658 100 156 
23,7 502 76,3 Metallindustrie 1 140 100 
366 32,1 774 67,9 Maschinen, Apparate, Fahrzeuge 
2 068 100 599 29,0 1 469 71,0 Elektrizitäts­137 100 116 
84,7 21 15,3 versorgung Großhandel 131 100 
72 55,0 59 45,0 Reinigung 115 100 
44 38,3 71 61,7 Total industrielle Betriebe 
5 675 100 1 811 31,9 
3 864 68,1 1 Die industriellen Betriebe entsprechen nicht dem Sekundärsektor, weshalb diese Zahlen von den Angaben der Tabelle 305 abweichen. Quelle: Statistik der industriellen Betriebe (Stand September 1973), hsg. vom Amt für Volkswirtschaft des Fürstentums Liechtenstein. 80 In Anlehnung an Miller kann das «Anfremdungsoptimum» als der höchste Ausländerbestand bezeichnet werden, der von einem Volk noch als positiv gewertet wird. Wird diese Schwelle überschritten, so ändert sich die positiv empfundene «Anfremdung» in negative Überfremdung. Vgl. Miller A., Das Problem aus soziologischer Sicht, in: Die Schweiz und die ausländischen Arbeitskräfte, Dokumente einer öffentlichen Veranstaltung der Hochschule St. Gallen vom 12. und 13. März 1970. 81 Fürstentum Liechtenstein, Ausländerstatistik vom 31. August 1973, S. 4. 139
        

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