voll überwälzen. Mit anderen Worten heißt dies, daß die monetären Angebotspreise in Liechtenstein sich weitgehend parallel mit den EG- Preisen entwickeln. Löhne, Gehälter, Konsum- und Investitionsgüter­ nachfrage, die monetären Angebotspreise, Außenhandelssaldo, Terms of Trade etc. hängen in überwiegendem Maße von den konjunkturel­ len Entwicklungen in den EG-Staaten ab. Aus der Phasenverschie­ bung der Konjunkturen zwischen den Mitgliedstaaten der Gemein­ schaft resultiert überdies bei einem Abbau von Handelsschranken für das liechtensteinisch-schweizerische Wirtschaftsgebiet ein permanen­ ter Inflationsimport. Auch sehr einschneidende Maßnahmen, wie An­ lageverbot für Ausländer, Negativzinsen auf ausländischen Franken­ guthaben, Verbot der Geldaufnahme im Ausland, Verbot von Kurz­ positionen in fremder Währung, Mindestguthaben auf Auslandgelder, Baustopp, Kreditbegrenzung, Lohn- und Preisüberwachung etc. zeig­ ten in der Schweiz bisher nur geringe Wirkung.68 32.3 Zusammenfassung und Schlußfolgerungen Welche Möglichkeiten bieten sich Liechtenstein innerhalb und außer­ halb des europäischen Integrationsprozesses, um eine Inflationierung seiner Wirtschaft zu verhindern. Die Möglichkeiten einer eigenen Finanz- und Geldpolitik müssen wegen der Kleinheit der liechten­ steinischen Volkswirtschaft und ihrer intensiven Auslandabhängig­ 66 Trotz Ergreifung all dieser Maßnahmen im Jahre 1972 mußte die Kommission für Konjunkturfragen in ihrem Bericht zur Wirtschaftslage der Schweiz vom 9. Mai 1973 feststellen: «Bei Jahresbeginn war eine Verschärfung der konjunk­ turellen Anpassung in der schweizerischen Wirtschaft unverkennbar. Diese Ten­ denz ist in den letzten Monaten bestätigt worden. Die neuen Konjunkturbe- schlüsse und die erneute deutliche Verschiebung der Währungsrelationen im Gefolge der letzten Währungskrise — die letztere gleichbedeutend mit einem erneuten Anstieg des Außenwertes des Schweizerfrankens gegenüber den mei­ sten übrigen Währungen — haben daran vorerst wenig geändert. . . . Größtes Problem in der gegenwärtigen Konjunkturphase ist die sich sowohl auf Groß­ handels- wie Detailhandelsstufe beschleunigende Teuerung. Sie ist zwar vor­ wiegend auslandbedingt, aber die binnenwirtschaftlichen Voraussetzungen für eine leichte Überwälzbarkeit . . sind nach wie vor gegeben.» Vgl. Die Wirt­ schaftslage, Bericht vom 9. Mai 1973, Mitteilung Nr. 220 der Kommission für Konjunkturfragen, Beilage zu «Die Volkswirtschaft», 46. Jg. (1973), S. 12. 133
        

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