Sparquoten, die relativ geringere Steuerbelastung, die Konkurrenz­ fähigkeit, der gute Ruf und das Vertrauen in die schweizerische Wäh­ rung, die monetäre Unabhängigkeit und nicht zuletzt das Bankge­ heimnis. Die totale Öffnung des Geld- und Kreditmarktes müßte zwangsläufig zu einer Angleichung der Zinssätze führen, um so mehr als die relative Kapitalknappheit den EG-Staaten unweigerlich einen gewissen Ausgleich bewirken und damit die liechtensteinische Kapi­ talversorgung verringern würde. Berechnungen haben ergeben, daß im Falle eines Beitritts zur Wirtschafts- und Währungsunion die liechtensteinisch-schweizerischen Zinssätze um etwa Vh°lo anstie­ gen.50 Die zu erwartende Kostensteigerung hätte besonders negative Folgen auf die Konsumenten und die Konkurrenzfähigkeit der liech­ tensteinischen Industrie. Profitieren würden einseitig Kapitaleinkom­ men. 31.5 Zusammenfassung und Schlußfolgerungen Nach der eingangs skizzierten Integrationstheorie ziehen alle am wirtschaftlichen Zusammenschluß Europas beteiligten Volkswirt­ schaften aus der damit einhergehenden gesteigerten internationalen Arbeitsteilung Nutzen. Sie erlaubt ihnen, sich auf die Erzeugung von Gütern mit den größten komperativen Kostenvorteilen zu konzen­ trieren. Positive quantitative Produktionseffekte sind deshalb auch für Liechtenstein zu erwarten. Nicht alle Länder, Regionen und Wirtschaftszweige profitieren aber im selben Maße von der Integration. Je mehr nämlich künstliche Han­ delshemmnisse abgebaut und die institutionellen Rahmenbedingungen einander angepaßt werden, desto mehr gewinnt die natürliche Aus­ gangslage an Bedeutung. Standortbenachteiligte Gebiete (Randzonen, Berggebiete, rohstoff- und transportmäßig benachteiligte Regionen) und Branchen verlieren ihren spezifischen Schutz. Die Produktions­ faktoren wandern ab. Liechtenstein, das nicht zu den standortmäßig bevorzugten Gebieten Europas gehört, hielt es nach dem Ersten Weltkrieg für angebracht, sich der Schweiz anzunähern. Dadurch gelangte es in den Genuß des von der Eidgenossenschaft im Laufe der Zeit entwickelten Systems spezifischer Vorzüge. Dieses besteht insbesondere in günstigen Selbst­ finanzierungsmöglichkeiten, relativ niedrigen Steuern, günstigen Ka­ pitalbeschaffungsmöglichkeiten, einer gesunden Währung sowie sta­ 50 Vgl. Stopper E., Die monetäre Integration im Rahmen der Europäischen Wirt­ schaftsgemeinschaft, in: Die Schweiz und die europäische Integration (Anm. 22), S. 25. 121
        

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