Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
3
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000000075/98/
Ergebnisse einer Studentenbefragung Gerhard. Wanner Geboren 1939 • Dr. phil., Gymnasiallehrer, Archivar der Stadt Feldkirch, Mitarbeiter der Vorarlberger Nachrichten • Feldkirch, Feldkreuzweg 19 a. Mit der Kleinheit eines Staates steigt seine wirtschaftliche, politische und kulturelle Abhängigkeit nach außen. Diese de facto Abhängigkeit Liechtensteins steht heute jedoch im aufkommenden Gegensatz zu einem immer stärker werdenden historischen und kulturellen Selbst­ verständnis. Entscheidend für die Zukunft Liechtensteins wird es daher sein, diese beiden Pole, Wirtschaft und Kultur, miteinander zu koppeln, mit allen Konsequenzen einer geistigen und gesellschaftli­ chen Mobilität. Eine antirevolutionäre Kultur- und Gesellschaftskontinuität ist Liech­ tenstein aber nur dann sicher, wenn es einmal gelingt, jenseits der Grenzen ein Image aufzubauen, das weniger ausgeleierten Stereo­ typen, sondern vielmehr einem staatserhaltenden und schrittweise zu verwirklichenden kulturökonomischen Konzept entspricht. Und wenn schließlich gerade jene «ausländischen» Kräfte zu dieser Leistung herangezogen und mindest teilintegriert werden, die auf Grund tiefe­ ren Verständnisses vor allem an den kulturellen Eigenwerten und Eigenheiten Liechtensteins und an der Aufrechterhaltung einer histori­ schen Individualität im Sinne europäischer Demokratie interessiert sind. Die Wirtschaft allein wird von sich aus solchen teilweise irratio­ nalen Motivationen gegenüber kein Verständnis zeigen. Eine bei 100 Studenten und Studentinnen im Alter von 17 bis 19 Jah­ ren an einer Höheren Schule Vorarlbergs durchgeführte Befragung diente dem Versuch, vorhandene Heterostereotype und das konkrete Informationspotential aufzuzeigen. Das Ergebnis der Befragung scheint vor allem deshalb von Bedeutung, weil mit obigen Studenten gerade jene Schicht angesprochen wurde, die in Zukunft durch ihre persönliche Einstellung und ihren Beruf wesentlich im Sinne einer liechtensteinischen Eigenstaatlichkeit wirken könnte — oder auch nicht. Wichtige Voraussetzungen für das Fremdverständnis und die Infor­ mationshöhe spielen sich auf der Ebene persönlicher Kon­ takte ab. Ein Vergleich der Kontaktkriterien zwischen früher und heute zeigte im wesentlichen keinen Trend. 54 % der Befragten hat­ ten und haben keine Beziehungen zu Liechtenstein. 98
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.